Zeichnung: Benedict Cumberbatch Portrait

Zur Zeit schaue ich hin und wieder in das Buch ‚Die Kunst des Zeichnens 15 MINUTEN Gesichter‘ aus dem TOPP-Verlag. Bis ich euch hier erzählen kann wie hilfreich (oder auch nicht?) das Buch dabei Portraits zeichnen zu lernen ist, muss ich noch eine ganze Menge ausprobieren und lesen. Viel ist noch nicht passiert. An meine Bemühungen musste ich denken als ich das Gespräch aufschnappte, von dem ich im letzten Beitrag berichtete und was mich an mich selber erinnerte als ich als Teenager dachte ‚irgendwas mit Kunst arbeiten zu wollen‘. Denn diejenige, die dort beschloss Kunst zu ihrem Lebensmittelpunkt zu machen, zeichnet Portraits. Ihre Geschichte und meine Bestrebungen Portraits zeichnen lernen zu wollen, haben nichts miteinander zutun. Aber witzig ist der Zufall schon, oder sagen wir mal: er macht hellhörig. Nach dem Schreiben des Artikels fiel mir aber ein, dass ich vor vielen Jahren schon Mal angefangen habe Portraits zu zeichnen und sogar auf meinem Filmblog(!) darüber gebloggt habe. Ich kann heute kaum nachvollziehen, warum ich nicht hier darüber gebloggt habe, wahrscheinlich dachte ich, dass es besser zum anderen Blog passt, weil das Motiv vorrangig Schauspieler waren, in dem Fall Benedict Cumberbatch.

Warum Portraits?

Als Kind und Teenager habe ich mich oft daran versucht Portraits zu zeichnen, weil ich den Gedanken so toll fand, dass man die Personen richtig realistisch zeichnen kann. Ein menschliches Gesicht mit seiner Plastizität und solchen herrlichen seltsamen Organen wie einer Nase ist nicht gerade einfach zu zeichnen. Die Augen hingegen bilden zusammen mit dem Blick und der Atmosphäre ein schwer einzufangendes Gefühl. Gelungen ist es mir als Kind eher selten 😉 als wir in der Schule das Thema behandelten, klappte es plötzlich besser. Ich erinnere mich noch, dass ich ziemlich gut bei Portraits von der Seite war. Aber nachdem ich lange Manga gezeichnet hatte, wurde das Thema wieder weniger meins und ich kam nicht ganz so gut klar. Wenn jemand meine Versuche ansah, dann sagten sie meist „Sieht ein bisschen nach Manga aus.“ und ich verstand gar nicht warum. Ich war biased. Also geprägt auf Manga und habe die Unterschiede nicht mehr gesehen. Das hat mich so gestört, dass ich es lange nicht versucht habe.

Aber der Gedanke Menschen haargenau und realistisch abbilden zu können gefiel mir immer noch. Das war sozusagen für mich der ‚Endgegner‘ unter den Zielen was das Zeichnen betrifft. Ich finde es immer noch sehr schwierig. Das ist auch der Grund, warum ich mir das Buch gekauft habe. Es war wie ein Wink des Schicksals mit dem viel zitierten Zaunspfahl, denn das Buch lag auf der Leipziger Buchmesse rum, kurz nachdem ich sinnsuchend überlegt habe wie ich am besten an das Menschen zeichnen rangehen will. Früher habe ich einfach Fotos abgezeichnet um zu üben, aber irgendwas fehlte immer und ich fand keine Antworten darauf was nicht passt an dem Bild. Der Abstand zum Manga hat mir scheinbar gut getan. 2013 habe ich diesen Benedict Cumberbatch gezeichnet und finde ihn eigentlich ganz gelungen. Nur auch er sieht etwas künstlich aus und ich bin mir noch unschlüssig, was ich anders machen muss. Vielleicht hilft mir das Buch dabei das zu ergründen.

Zeichnet ihr gern Portraits? Und wenn ja, was sind meistens eure ‚Models‘? Wie habt ihr es gelernt? Empfindet ihr das menschliche Gesicht auch als so irre kompliziert zu zeichnen?