Gedanken: Fundstücke II

Wie auch schon in der vergangenen Woche, teile ich mit euch heute einige Fundstücke, die mir während des Umzugs in die Finger gekommen sind. Der gemeinsame Nenner ist heute, dass es alle Character Sheets sind. Also Übersichten, die man sich erstellt, wenn man einen Charakter gestaltet. Meistens enthalten die Sheets eine Übersicht der gängigen Merkmale, Kostüme und Gesichtsausdrücke. Ob sich jeder Hobby-Zeichner so etwas anfertigt? Ich zweifle ja so ein bisschen daran. Zumindest so eine saubere Übersicht finde ich gar nicht so realistisch. Ich hatte für meine Charaktere meistens eher mehrere Blätter an Skizzen. Ist es nicht viel mehr so, dass es wichtig ist, wenn man kooperiert? D.h. in professionellen Zeichner-Assistenten-Arbeitsverhältnissen und dort wo Animation gemacht wird? Wie dem auch sei … ein paar Mal habe auch ich das mit den Character Sheets durchgezogen 🙂

Leider weiß ich nicht mehr wann „Zelda“ entstand oder wie das Manga-Projekt heißen sollte, für das ich sie entworfen habe. Allerdings weiß ich noch das ungefähre Thema. Sie sollte ein schwerkrankes Mädchen sein, das sich einen Androiden-Doppelgänger anfertigen ließ, um als Maschine weiterzuleben. Die Wahl des Namens fiel auf Zelda, weil ich kurz vorher einen Bericht über den leider vor einigen Jahren verstorbenen Robin Williams sah. In dem Bericht tauchte seine Tochter auf, die er und seine Frau Zelda nannten und ich dachte noch „was für eine coole Namenswahl“.

Auf Ulysses bin ich sehr stolz. Er ist der Held eines dystopischen Science-Fiction Manga, den ich leider nie richtig angefangen habe zu zeichnen. Es gibt ein paar Seiten und das Konzept und Charakterdesign war sehr fortgeschritten, aber mir fehlte die Zeit. Allerdings hatte es das Potential zu einem Herzensprojekt – in meiner Wohnung hängt sogar eine Illustration von Ulysses und seiner Herzensdame. 2011 habe ich mit dem Charakterdesign am u.a. von AnimaniA ausgerichteten Wettbewerb Pimp my Character teilgenommen.

Ich kann mich noch erinnern, als ob es heute ist. Kurz vor Weihnachten schlenderte ich 2011 auf der Suche nach Geschenken durch die Altmarkt Galerie in Dresden. Da sah ich ein altes Pärchen, Mann und Frau. Ich weiß nicht, ob ich das Alter schätzen soll. Sie sahen sehr alt aus. Und sehr cool! Wie gealterte Glamrocker oder Goth-Punk-irgendwas Gestalten. Und sie wirkten irgendwie so aus der Zeit gefallen. Auf dem Heimweg stellte ich mir die ganze Zeit vor wie sie als Zeitreisende aus der Zukunft zum shoppen nach Dresden ins Jahr 2011 oder so zurückreisten und irgendwas „Vintage“-mäßiges für ihre Bude holten. XD Und da kam mir irgendwie die Idee zu meinem Grandpa Timetraveller. Er ist dann letzten Endes weitaus bunter geworden als die älteren Herrschaften, die ich sah. 🙂 Mit dem Charakter nahm ich am Pimp my Character Wettbewerb 2012 teil. Aber während ich vom Charakter total überzeugt war und den auch heute noch sehr mag, kamen mir für die Entwicklung der Geschichte nicht die zündenden Ideen. Und als ich kurze Zeit später Doctor Who für mich entdecke, kam ich mir vor, als ob ich die Geschichte auch gar nicht mehr entwickeln kann ohne dass sie zu sehr nach typischen Zeitreisestorys aussieht. So kann’s gehen.

Header image photo credit: Dewang Gupta

Fertigt ihr euch hoch offiziell Character Sheets an, die dann „Gesetz“ sind oder seht ihr das auch eher als nice to have an? Habt ihr mal einen Charakter entworfen, der leider nicht zum Einsatz kam, den ihr aber genial findet? Und passt auf – jetzt kommt die Gretchen-Frage. Welcher Charakter dort oben, macht euch neugierig genug, um in die dazugehörige Geschichte reinzulesen? 😉 Ich bin gespannt …