WIP: „Who’s the Animal?“

Nach sovielen Fundstücken wird es mal wieder Zeit für was anderes – in dem Fall ein „Work in Progress“ eines meiner Lieblingsbilder von mir. Das klingt furchtbar selbstverliebt, aber hey … was wäre das, wenn wir nur Zeug zeichnen würden, das wir selber nicht mögen? Das wäre wie schießen auf bewegliche Ziele. Das Bild, das ich euch heute zeige hat schon 5 Jahre auf dem Buckel. Inzwischen kann ich Füchse glaube ich etwas besser zeichnen. Aber ansonsten mag ich die Details immer noch sehr gerne und es erinnert mich etwas an die Serie „Hannibal“.

Die grundlegende Idee des Artworks ist der Mensch als Tier – im übertragenen Sinne. Es sollte ein Motiv zeigen, in dem der Mensch das eigentlich Raubtier ist, während die Tiere doch eigentlich eher artig sind. (Denn irgendwie ist es ja auch so, oder?)

Die Akteure (Skizze)

Da ich mich damals für sehr ungeübt hielt, sind die Tierchen, die das Bild zieren sollen, teils auf einzelnen Skizzenblättern gelandet. Zum üben und ausprobieren. Auf meiner Facebook-Page habe ich sie damals taufen lassen. Das Wildschwein/der Fellhaufen heißt Ebi, der Fuchs Rainer, die Eule Gandalf und das Hirschlein Elmo. Letztendlich mussten danach alle Akteure auf ein Bild. Da hilft der Leuchttisch enorm. Und der leuchtet so gut, der überstrahlt alles … eine wunderbare Erfindung.

Reinzeichnung (Fineliner)

Jetzt fängt der eigentliche Fun-Part an – die Reinzeichnung. Diesmal habe ich mich etwas geärgert, dass ich nicht direkt mit Finelinern auf dem Leuchttisch die Skizze auf ein neues Blatt übertragen habe. Aber ausgerechnet dann geht meistens was schief…. .

SAMSUNG

Koloration

Ich kann mich noch heute erinnern: die Koloration hat bei dem Bild extrem Spaß gemacht. Im Nachhinein bin ich auch ganz froh, dass ich die Zwischenschritte hier festgehalten habe – auch wenn es aus heutiger Sicht eher nicht so hochqualitative Fotos sind. Denn in den Zwischenschritten fallen die einzelnen Bestandteile der Koloration mehr auf, beispielsweise wie das Gesicht mit Farbe „modelliert“ wird bzw. wie ich Versuche mit Schatten und Farbeinsatz den einzelnen Bestandteilen mehr Profil zu geben. Zum Kolorieren habe ich Copic ciaos benutzt und mit dem Bleistift ein paar Akzente am Tierfell gesetzt, das ‚Blut‘ habe ich mit Buntstiften hinzugefügt.

Postprocessing am Computer

Am PC habe ich dann noch den Hintergrund und die Schrift hinzugefügt. Fertig. Allerdings habe ich viele Versionen des Bildes am PC finalisiert, weil ich mir noch heute unschlüssig bin, ob ich die Schrift will oder brauche. Wie seht ihr das?

Nachdem ich das Bild fertiggestellt habe, wurde es auf DeviantArt recht häufig abgelehnt, wenn ich es für öffentliche Manga-Gruppen-Galerien vorgeschlagen habe, weil es anscheinend für die meisten kein Manga-Stil mehr ist. Was dann? Wie dem auch sei, ich bin noch heute recht stolz drauf und es hing sehr lang in meiner alten Wohnung. Schauen wir mal, ob es auch an den Wänden der neuen landet … . Wann hat euch das letzte Mal eine Serie zu etwas kreativem inspiriert?

Header image photo credit: Amaury Salas