MIDAS: Easter Eggs und Einflüsse

Jetzt wo MIDAS seit ein paar Wochen online ist, wird es auch mal Zeit ein bisschen über die Entstehungsgeschichte zu quatschen 🙂 Denn wie so oft bei Manga bei deren Entstehungsprozess ich viel Spaß hatte, hatte das auch so seine Gründe. 🙂 Ein Randdetail wisst ihr ja schon: ich nahm mit MIDAS 2011 am „Manga Magie Wettbewerb“ teil und habe keinen Blumentopf gewonnen, was aber nicht schlimm ist. War. Ist.

The road to MIDAS

Bei dem Wettbewerb gab es kein vorgeschriebenes Thema, lediglich eine vorgegebene Seitenzahl. Und um ehrlich zu sein, weiß ich auch nicht mehr 100%ig genau wie ich ausgerechnet auf das Midas-Thema kam. Klar: den meisten von euch ist es nicht verborgen geblieben, dass der Manga an die Sage des griechischen König Midas angelehnt ist, der sich wünscht, dass alles was er berühre zu Gold wird. Und der kurz darauf an der Gabe fast verzweifelt. Gute Lehre. 🙂 Warum ich mir ausgerechnet dieses Thema als gedankliche Vorlage nahm, weiß ich nicht mehr. Allerdings war es nicht lange geplant, sondern muss ein Geistesblitz gewesen sein – ansonsten wüsste ich das genauer.

Woran ich mich aber noch gut erinnern kann ist wie ich überhaupt auf die Geschichte von König Midas aufmerksam wurde. Das habe ich einem Disney-Cartoon zu verdanken. Als Teil der Silly Symphony-Reihe erschien damals ein Kurzfilm mit einem König Midas in einem mittelalterlichen Setting mit einer markanten Szene, die mir lange im Kopf blieb. Darin realisiert Midas, dass er verhungern wird, weil ja auch alles was er berührt zu Gold wird und sieht im Spiegel statt seiner selbst ein goldenes Skelett. Vielleicht fand ich das auch so erschreckend 😉 Ich war damals auf jeden Fall ein Kind. Auch heute noch finde ich die Metapher aber großartig. Die Recherche hat gezeigt, dass es sich bei dem Cartoon um The Golden Touch handelte und der erschien 1935, wurde aber tatsächlich noch in den 90ern gezeigt als die kleine Stefanie sich das zu Gemüte führte. Not bad – für 1935 ist das ein beachtlicher Film. Allerdings wirkte er in meiner Erinnerung doch etwas frischer.

„King Midas and the Golden Touch Allusions 2012“, via Shae Comiskey (Youtube)

Vielleicht kam ich auf das Midas-Thema aber auch, weil ich eine (nicht ganz) arme, aber glückliche Studentin war. 🙂 Meine Eltern haben mich ein wenig unterstützt um über die Runden zu kommen, Bafög gab nicht viel her und ich bin zusätzlich viel nebenbei arbeiten gegangen. Aber es war ok. Ich musste nicht am Hungertuch nagen und naja sagen wir mal so: ich habe Erfahrungen gesammelt … . Vermutlich blieb mir dank meines frühen Erlebnisses mit „The Golden Touch“ so ein Gedanke erspart:

Zweimal hinschauen

An der Stelle wollte ich euch übrigens fragen, ob euch nicht etwas bestimmtes aufgefallen ist, wenn ihr den Manga lest? Aber ihr seid schon sehr aufmerksame Leser, der lieben Kathrin ist hier beispielsweise mein versteckter Hinweis auf einen großen Mobiltelefonhersteller aufgefallen 😉 Gut aufgepasst! Aber einen gibt’s noch. Insbesondere, wenn ihr die Hintergründe beobachtet, lauert da irgendwo ein Hinweis auf das, was ich damals fleißig studiert habe (Informatik). Mal schauen, ob ihr es findet 😉 Nächste Woche wird das Rätsel gelüftet. Wer jetzt neugierig geworden ist, kann ja nochmal reinschauen …

Hier gehts zu MIDAS (ab Cover bzw Seite 1)

An der Stelle auch nochmal vielen Dank für euer Feedback der letzten Wochen! Ich bin immer noch langsam im Kommentare beantworten, aber es wird nach und nach wieder. 🙂

WIP Album-Cover-Design für SPUN „All Inside“

Letzte Woche habe ich euch vom Freud und Leid der Auftragsarbeiten erzählt am Beispiel einer Arbeit, die mir Spaß gemacht hat, die aber nicht zum Einsatz kam. Dieses Mal soll es um eine Arbeit gehen, die sogar gedruckt wurde, yesssss. Im Oktober und November 2012 habe ich mich neben Uni und dem normalen Alltag an die Gestaltung des Digipacks (Album) der Dresdner Band SPUN mit dem Titel „All Inside“ gewagt. Ein Abenteuer auf das ich euch heute mitnehme – wenn auch im Rückblick. 😀

Die Arbeit an dem Cover bzw. dem ganzen Booklet war in diesem Fall ziemlich geradlinig – die Auftraggeber hatten eine klare Vorstellung wie das Endergebnis aussehen soll. Sogar so klar, dass sie eine Skizze und Erklärung für mich hatten und ich konnte mich mit der Idee sofort identifizieren und habe verstanden, worum es geht. Natürlich bleibt aber auch immer die Frage im Raum stehen, ob Stil und Umsetzung gefällt. Spoiler: es hat gefallen. Aber was wäre das Leben ohne ein bisschen Nervenkitzel 😉 Ich bekam von SPUN eine Skizze für das Cover und habe auch einen eigenen Entwurf beigesteuert – letzterer ist dann die Tracklist bzw. Rückseite des Digipaks geworden, was mich nochmal etwas stolzer gemacht hat. 🙂

Cover

Der Grundgedanken ist, dass jeder Song durch ein Motiv dargestellt wird. In einer Skizze, die ich vorgelegt habe (die man später noch in einer animierten Gif kurz sieht) war das so vorgesehen, dass alle Motive dabei ineinander übergehen bzw. zusammenspielen. Meine eigene provisorisch angefertigte Vorzeichnung/Interpretation habe ich am Leuchttisch nochmal auf besseres Papier übertragen und eine ausgebesserte, saubere Vorzeichnung angefertigt. Das wirkt zwar unnötig, aber ich kann sagen, dass ich im Laufe der Zeit den Leuchttisch angefangen habe zu lieben und er ist unverzichtbar um aus einer rohen Skizze was sauberes zu machen. Meiner ist gekauft, aber wenn man handwerkliches Geschick hat, kann man sicherlich selber einen bauen.

Anschließend nochmal alles neu mit Tusche und Feder nachziehen – an der Stelle stöhnen immer alle entnervt auf und rufen „Du zeichnest das noch ein drittes Mal???“ Ja. XD Das gehört dazu. Denn ich hatte einen Plan …

…das Ganze habe ich gemacht, um anschließend mit Copic Markern zu kolorieren. Die funktionieren generell besser, wenn man das richtige Papier benutzt und mit einem wasser- und alkoholunlöslichen Medium die Linien nachzieht. Der Auftrag war zwar von Anfang an als schwarz-weiß angelegt aber ich wollte mir die Option offen lassen was mit Copic-Markern zu probieren. Ein kleines Experiment sozusagen. Leider sah das alles etwas zu verwaschen aus und war zu schwierig in der späteren digitalen Weiterverarbeitung. Also habe ich die Outlines bzw. Lineart benutzt und am PC nochmal digital koloriert. Die einzelnen Schritte zum finalen Layout zeigt diese kleine Gif-Animation (beginnend bei Skizze, Vorzeichnung, Outlines und die einzelnen Schritte der digitalen Kolorierung). Im Nachhinein war es also eine gute Entscheidung alle Schritte zwischendurch einzuscannen und digial aufheben zu können.

Man sieht das gegen Ende das eine oder andere verändert wurde … wenn man alle Zwischenschritte dazu zählt, habe ich eine ganze Menge Cover-Versionen hier rumliegen. Daraus könnte man eine schöne große Fototapete machen. 😉

Rückseite/Trackliste

Den Gedanken der Band jedem Song ein Motiv zuzuordnen habe ich zuerst etwas anders umgesetzt. Was nun die Rückseite und die Trackliste ziert, war also ursprünglich mein erster Coverentwurf. Hier habe ich jedes Motiv einzeln gezeichnet und dabei die Figur einem Kugelumriss angenähert. Die Zwischenschritte waren etwas unkomplizierter, weil ich von Anfang an digital kolorieren wollte. Und das auch nur minimal, denn viel Platz für tolle Verläufe und Übergänge gab’s einfach nicht. (Wenn man mal bedenkt, dass das gesamte Bild etwa 12x12cm groß sein wird.)

Und der Rest?

Bleibt geheim. Wer das Innenleben der CD sehen und hören will, sollte sich schleunigst mit SPUN in Verbindung setzen. Mehr Informationen zur Band (und Hörproben!) gibt es unter: diesem Link

Insgesamt hat es mich 1. gefreut für eine Band ein Digipack zu gestalten, deren Musik ich mag. Das passt schon mal super. 😀 Dann war es auch schön zu sehen, dass jemand eine Vorstellung hat wie das ganze aussehen soll. Die Idee mit „ein Motiv pro Song“ finde ich super. Ziemlich runde Sache, dass das Album dann auch noch „All Inside“ heißt. Ein bisschen Zittern und Bangen schwingt natürlich auch mit: trifft man den Geschmack der ganzen Gruppe? Für eine Band ist ein Album ein wichtiger Meilenstein. Eben so wie für mich gedruckt zu werden beispielsweise, also wenn etwas, dass ich gemacht habe, wirklich das Licht der Welt erblickt.

Header image photo credit: Amaury Salas

Es ist ziemlich lange her, aber ich denke gern an die Zeit und das designen zurück – es hat irre viel Spaß gemacht und war definitiv eine der am besten funktionierenden Zusammenarbeiten im Laufe der Zeit. Ein bisschen Schmerzen hat es auch gekostet. Kann mich noch gut an den Kampf erinnern das ganze Equipment rund um Tablets und Leuchttische in meiner kleinen Studentenwohnung aufzubauen und mich irgendwo hinzuquetschen und zu zeichnen. Belohnt wurde das u.a. mit einem einseitig steifen Nacken. ^^“ Kaum zu glauben, dass es schon fünf Jahre her ist. Manches würde ich heute vielleicht anders machen, aber das Cover gefällt mir immer noch sehr gut. 😀