Inktober 2021 #1-#11

Letztes Jahr nahm ich das erste Mal am „Inktober“ teil und mein selektives Gedächtnis hat das unterschwellige Gefühl von Zeitdruck und das zwischenzeitliche Krea-Tief komplett gestrichen. Es sind nur die guten Erinnerungen geblieben. 🙂 Also mache ich wieder mit.

Das ist übrigens kein Quatsch. Ich musste erst von meinem Freund erinnert werden, dass ich den Inktober letztes Jahr auch zwischendurch mal als stressig wahrgenommen habe. Richtig stressig wird es ja eigentlich nur, wenn man zwischendurch keine Ideen hat, aber unbedingt auf Krampf jeden Tag ein Bild fabrizieren will. Das ist etwas, dass ich überraschenderweise schon an Tag 2 aufgegeben habe.

Aber erstmal langsam – was ist der Inktober? Dabei handelt es sich um eine Aktion im Oktober, bei der für jeden Tag Stichworte („Prompts“) veröffentlicht werden, zu denen es gilt ein Bild zu zeichnen und zu inken, d.h. Linien nachzuziehen, zu schwärzen, zu tuschen. D.h. das Bild nicht zwingend farbig zu illustrieren. Das Zeigen der Werke in bspw. sozialen Netzen ist Teil der Challenge – ebenso wie jeden Tag etwas beizusteuern. Mich musste allerdings erst Alex von Papieraugen darauf bringen, dass man ja auch schon im September anfangen könnte. Ich habe nicht gewusst, dass die Liste schon im September veröffentlicht wird … ^^ Tatsächlich habe ich „nur“ zwei Bilder vorgezeichnet: „Knot“ für Tag 4 und „Fan“ für Tag 7.

Die Idee zu Tag 1 „Crystal“ hatte ich sofort beim Lesen des Prompts und das Motiv hat mir viel Spaß gemacht. Tag 2 „Suit“ sollte die Gleichförmigkeit gesichtsloser Anzugträger darstellen. Mein Ziel war sogar, dass das eigentliche Motiv dann wie ein Suchbild zwischen Schwarz-Weiß-Blöcken aussieht. Und ich glaube auch, dass das was geworden wäre, wenn ich Lust gehabt hätte die Flächen zu schwärzen. Schwärzen mag sehr meditativ und entschleunigend sein, aber ich habe leider selten Freude daran. Und an dem Tag habe ich es dann tatsächlich nicht weitergemacht. Eines Tages hole ich das vielleicht nach. Das ist eins der Beispiele, bei denen die digitale Arbeit mit dem Grafiktablett hier einiges an Zeit rausholen würde. So ungern ich es zugebe.

Tag 3 „Vessel“ lässt auch erkennen, dass ich mir deutlich weniger Zeit genommen habe zu Schraffieren. Irgendwie kam mir gleich zu Beginn das Inktober-Feeling abhanden. Ihr Betrachter*innen könnt besser bewerten, ob das Gefühl rüberkommt, dass sich hier jemand „in“ einem „Vessel“ (Gefäß) befindet. Tag 4 „Knot“ habe ich schon im September gezeichnet und sowohl einen weißen Gelstift zum highlighten benutzt als auch „Kraftpapier“, dass ich zum Geburtstag geschenkt bekommen habe. Das Bild hat meine Geister wieder geweckt und mich motiviert. Obwohl es schon fertig war. LOL.

Auf Tag 5 „Raven“ hatte ich dann wieder richtig Lust. Den Raben zu zeichnen hat sehr viel Spaß gemacht und ich hätte vielleicht sogar lieber die ungeschwärzte Version behalten, weil man dort die feinere Linienführung mit dem Fude Pen tausendmal besser sieht. Aber es wirkt dann noch ganz so „rabenmäßig“. Ich musste an die fluchenden Raben Odins aus Neil Gaimans „American Gods“ denken. 🙂 Welcher Rabe gefällt euch besser? Tag 6 „Spirit“ ist mit dem Spruch „That’s the spirit“ im Hinterkopf entstanden. Gib nicht auf, kleine Maus! Ich mag die kleine Maus sehr gern, die große … naja, geht so. Es hat Spaß gemacht den Fude-Pen wieder auszupacken. Ich habe tatsächlich fast ein Jahr nichts damit gemacht. Leider funktioniert aber auch das darüber illustrieren mit Farbe nicht so gut.

Tag 7 hieß „Fan“ und im Gegensatz zu den meisten Anderen habe ich es nicht als Ventilator ausgelegt, sondern wollte einen fanatischen Anhänger von Frauen mit der Atmosphäre stalkerhafter Tendenzen zeichnen. Ich habe das Bild schon vor dem 7.10. vorgezeichnet, aber offen gelassen, was auf den Fotos und Zeitungsausschnitten im Hintergrund dargestellt sein soll. Zum Schluss habe ich mich dann für eine Hommage an Apple-Fanboys entschieden, weil mir das mit dem Frauen-Stalker zu düster war. Und weil es mehr Spaß macht, habe ich Birnen statt Äpfel draus gemacht.

An Tag 8 habe ich für „Watch“ die Idee der zerfließenden Uhren Dalis aufgegriffen. Aber ich bin mit der Umsetzung so semi zufrieden. Mit den weißen Highlights macht es mehr her. Tag 9 „Pressure“ soll darstellen wie der Druck vor dem Casting steigt, wenn alle Teilnehmer*innen gleich aussehen. Die Vielfalt lässt doch manchmal im Leben in vielerlei Belangen zu Wünschen übrig. Zu dumm, wenn auch Schönheitsideale nicht besonders vielfältig sind. Tag 10 wäre „Pick“ gewesen und ich hatte keine Idee, von der ich selber besonders überzeut war. Also habe ich mir gesagt: dann bleibt’s eben. Es gibt kein Bild 10. Aber dann wieder eins zu Tag 11 „Sour“. Ich hatte plötzlich sehr viel Lust die Oberflächentextur der Zitrone „pointilismus-artig“ darzustellen. Ging fix. 🙂 Aktuell hänge ich wieder hinterher, aber ich habe Ideen für ein paar der Prompts. Und aktuell bin ich gar nicht so böse darüber, dass ich nicht etwas zu jedem Tag und Prompt haben werde. Es soll ja auch noch Spaß machen.

Hier geht zu den Inktober-Beiträgen aus 2020

Faszinierend … in meinem letzten Beitrag zum Inktober 2020 steht, dass ich 2021 wieder teilnehmen möchte. Da steht auch, dass ich mir mehr Zeit nehmen und die Bilder gleich richtig für den Blog einscannen möchte. Tja. Das hat dann wohl nicht geklappt. ^^ Auch dieses Jahr war das mein Wunsch, aber die Zeit war gerade nicht da. Aber die Fotos! Vielleicht klappt es zum nächsten Beitrag. Oder halt nächstes Jahr. 😉 Wobei ich finde, dass die Fotos auch einen gewissen, ähm, rauen Charme haben!? ^^‘ Nehmt ihr am Inktober teil? Oder ähnlichen Aktionen? Welche der Bilder gefallen euch? (Die Chancen stehen gut, dass ich wieder welche als Postkarten drucken lasse.)

4 Gedanken zu „Inktober 2021 #1-#11

  1. Oh, sehr eindrucksvolle Bilder. 😉
    Die Motive in #1 und #8 kommen mir vertraut vor und #4 scheint mir gut in unsere bewegte Zeit der gordischen Knoten zu passen..

    1. Danke 🙂
      ja, das Motiv zu 8 „Watch“ ist wohl nicht so kreativ, weil bei Uhren denke ich viele an Dalis fließende Uhren gedacht haben. #4 ist auch einer meiner Lieblinge aus ähnlichen Gründen wie du es so passend sagst.

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