Zeichnung: Portraits zeichnen III

Jaaa … ich mache das immer noch. 🙂 Wie schon mal hier erzählt habe ich mit diesem Buch mein Wissen über das Menschen portraitieren aufgefrischt. Und gemäß der Weisheit „Übung macht den Meister“ übe ich. Und übe. Und übe. Und … übe. Zugegebenermaßen kam ich in den letzten Wochen zu fast nichts bis ich dann Urlaub hatte. Inzwischen werden alienhafte Gesichter weniger. Aber die Feinheiten in der Mimik oder die Wiedererkennungsmerkmale treffe ich immer noch nicht so ganz. Obwohl ich nicht so zufrieden bin, teile ich mal meine zwei aktuellsten Übungsergebnisse. Ratet doch mal, wen ich da versucht habe zu zeichnen 🙂 Eine Person kennt man vielleicht sogar …

Der Herr ist Taika Waititi mit der Vorlage dieses Zeitungscovers und die andere ist die Instagramerin Gemma Stafford, die ich ehrlich gesagt nicht kannte bevor ich mal wieder auf Instagram Fotos suchte, die sich gut für Portrait zeichnen eignen. Wie man es erwarten könnte ist Instagram quasi eine Fundgrube … Selfie Galore. Ich bleibe dran.

Technik: Besprechung „Die Kunst des Zeichnens 15 Minuten Gesichter“

Buchbesprechungen kennt man sonst eigentlich nur von meinem anderen Blog 🙂 Aber schon vor einer Weile habe ich mir mal vorgenommen im Portrait zeichnen besser zu werden und mir dazu „Hilfe“ in Form des Buchs aus dem TOPP-Verlag geholt. Vielleicht interessiert es ja auch den einen oder anderen von euch da draußen, ob das Buch dem geübten Zeichner noch etwas Neues beibringt und was es mit den „15 Minuten“ im Titel auf sich hat.

Da das Buch im Urschleim anfängt und anfangs Zeichenmaterialien erklärt (ja, Bleistifte und so), ist recht bald klar, dass nicht zu erwarten ist das Buch in 15 Minuten durchgeackert zu haben. Wie ich anfangs tatsächlich dachte, da es auch ein relativ dünnes Buch ist. ^^‘ Viel mehr ist es das Ziel, dass man später in 15 Minuten Portraits zeichnen kann. Damit sind sicherlich keine perfekt ausschraffierten gemeint, sondern rudimentäre, aber punktgenaue Abbildungen. Nach den ersten Seiten mit aus meiner Sicht überflüssigen Erklärungen zu Materialien und Techniken wie Schraffur geht es aber recht flott los. Man bekommt eine sehr knappe, aber effektive und bebilderte Auflistung der Anatomie des Gesichts. Anfangs liegt der Fokus auf den einzelnen Organen wie der Nase oder den Augen, geht über zu den Proportionen des Gesichts und weiter zu anderen Details bis hin zum Zeichnen von Kindergesichtern oder denen älterer Menschen.

An den Rändern sind jeweils einige Hinweise und Hilfestellungen. Das Buch ist durchgängig bebildert mit Teilschritten vom Portrait zeichnen oder schematischen Skizzen. Im Grunde sind fast alle Abbildungen im Buch Skizzen, was das Adaptieren vereinfacht und ein rundes Gesamtbild liefert. Nach den Erklärungen gibt es Übungen in denen man sich quasi an der „15 Minuten Challenge“ versucht, d.h. das auf einem Foto abgebildete Gesicht portraitieren soll. Diese Übungen häufen sich bis zum Ende. Damit man einen Anfang kriegt, sind dort schematische Darstellungen der Zwischenschritte, quasi „work in progress“. Das ist an und für sich eine schöne Idee, aber die Fotos sind für meinen Geschmack viel zu klein und zu schwach kontrastiert als dass ich davon sehr effektiv zeichnen könnte.

Habe ich nun was neues mit dem Buch gelernt? Jein. Es gibt einige Details, die ich nicht wusste und bei denen ich einen Aha-Effekt hatte. Beispielsweise ist mir nie aufgefallen, dass die menschliche Iris idR auf dem unteren Lid „aufsetzt“ und nur vom oberen Augenlid verdeckt wird. Aber die meisten Fakten und Details zur Anatomie des menschlichen Gesichts wusste ich, habe ich aber verdrängt. Das Buch hat insofern sehr geholfen mir all die Details wieder bewusst zu machen. Zum Üben habe ich mir Fotos aus Zeitschriften oder Instagram hergenommen und versucht die vielen Fakten und Hinweise zu beachten. Und ich habe tatsächlich den Eindruck, dass es mir was bringt. Ein paar Ergebnisse habe ich vor zwei Wochen schon mal gezeigt. Und ich denke es wird mir ein hilfreiches Nachschlagewerk sein. Aber im Großen und Ganzen lautet die Formel natürlich: üben, üben, üben! Für Anfänger halte ich es für einen guten Kurs, für Profis erachte ich es als ein gutes Nachschlagewerk oder eine Auffrischung; aber in beiden Fällen finde ich die Fotos für die Übungen einfach zu klein.

Habt ihr das Buch zufälligerweise auch im Regal? Und hat es euch geholfen? Wie habt ihr euch an das Portraits zeichnen herangetastet? Bei mir ist es bereits der xte Versuch. Es fällt mir schwer zu beschreiben, woran es in der Vergangenheit scheitert. Vielleicht weil ich bei menschlichen Gesichtern nie eine Routine entwickelt habe? Es gibt einfach so viele Details. Das menschliche Gesicht ist sehr komplex geformt und oftmals müssen Formen aufgrund des Abhandenseins von klaren Kanten „modelliert werden“, was echt knifflig ist. Für viele sind die Hände das schwierigste am menschlichen Körper – ich finde Gesichter schwieriger. Inwiefern das Verfallen in den Mangastil stört, kann ich nicht beurteilen.

Zeichnung: Portraits zeichnen II

Es ist ja schmerzhaft lange her, dass ich das letzte Mal über meine Gehversuche im (besser) Portrait zeichnen lernen berichtet habe. Nämlich über ein Jahr. Ups. Seitdem lag hier das Buch „15 Minuten Gesichter“ aus der Reihe „Die Kunst des Zeichnens“ aus dem Topp Verlag rum. Im Neujahrs-Eifer habe ich das Buch nun endlich durchgearbeitet und das Üben wieder aufgenommen. Ein kleiner Zwischenbericht.

Warum will ich eigentlich unbedingt Portraits zeichnen können? Bevor man sich einen eigenen Stil aneignet, sollte man erstmal grundsätzlich zeichnen können und die Basics beherrschen – so meine Auffassung. Objekte, Gebäude, Pflanzen, manche Tiere – das krieg ich schon hin. Aber Menschen hatten immer so eine ganz eigene Komplexität, die ich schwer zu greifen bekam. Durch jahrelanges Manga zeichnen wurde das nicht besser. Meine Menschen hatten immer einen Schlag Manga inne. Vor Allem die dezenten Formen im menschlichen Gesicht sind tough finde ich. Bei Architektur gibt es klare Linien und eine gewisse Geometrie, an der man sich orientieren kann. Aber Menschengesichter? Woah. Deswegen wollte ich das lernen – und ich finde die Ergebnisse der ersten vier Wochen kann man zeigen. Sie sehen jedenfalls erstmal wie Menschen aus. 😉

Vielleicht erkennt ihr ein oder zwei der Abgebildeten? Da hätten wir einmal Sweeney Todd und Oscars Isaacs – letzteren erkennt man am ehesten, denke ich. Die Referenzbilder, die ich verwendet habe sind übrigens allesamt aus Instagram, das mir seitdem jetzt fast nur noch Portraits und Close Ups von Menschen vorschlägt … . Dass sie wie Menschen aussehen ist ja schon mal schön, aber es fehlt noch der Blick für die ganz eigenen Merkmale der Gesichter muss ich ganz offen zugeben.

Sweeney Tood erkennt man vielleicht am mürrischen Blick, aber wie Johnny Depp als Sweeney Todd sieht er nicht aus. Die anderen sind denke ich recht gut gelungen, aber immer noch einen Tick anders als das Original. Zum Vergleich die Referenzbilder: Frau mit Dutt, Frau mit Vokuhila und ältere Mann. Die letzten beiden finde ich übrigens besonders gelungen. Darauf, dass die Frau mit Vokuhila ein bisschen in eine andere Richtung schaut kommt es jetzt nicht so besonders für mich an. Da wurde ich einfach müde und hatte keine Lust mehr mich zu korrigieren. XD Ganz schön komplex Gesichter zu zeichnen … .

Allerdings sollte ich auch über die Ausfallrate sprechen … ungefähr 30% der Bilder sind so gar nichts geworden. Normalerweise bin ich ja sehr dafür zu seinen Misserfolgen zu stehen. Aber da mein Selbstbewusstsein im Menschen zeichnen noch nicht so groß ist, bleibt es heute erstmal bei der Zahl und ich behalte die Bilder mal für mich. ^^‘ Habt ihr euch schon mal an das Portraits malen gewagt? Findet ihr das auch so schwierig? Womit habt ihr geübt? Das oben genannte Buch werde ich wahrscheinlich beim nächsten Mal besprechen.

Hand-Lettering: Da muss was Neues her …

Oder: auf der Suche nach einer neuen Variante. Ich habe dieses Jahr hauptsächlich Handlettering gemacht, um mein BuJo zu verschönern und mich leider etwas an meinen beiden typischen Schriften sattgesehen. Ich wollte mal etwas einheitlicheres und zu einer Form finden, die einen kleinen verrückten Twist hat, dessen sich vielleicht nicht soviele Schreiberlinge bemächtigen. Andererseits sollte es auch gleichmäßiger sein. Jaja, die Ambitionen sind groß …

Und was ergibt soviel Kondensmilch?? Milchkaffee. Ha, schlechter Witz. Die „dicken Enden“ wie beim K am Fuß sollten Markenzeichen der Variante werden. Ob es sich durchsetzt, weiß ich noch nicht. Der zweite Versuch lässt schon mehr erkennen wo die Reise hingehen soll:

Mal schauen ob ich dran bleibe und eine neue Variante für mich etabliere. Nebenbei habe ich wieder gemerkt, dass es ein sehr entspannender Zeitvertreib ist, wenn man gestresst ist oder viel auf der Todo-Liste stehen hat, aber sehr gern irgendwas ganz anders oder kreatives machen möchte. Seufz. Ich musste tatsächlich ein Angebot ablehnen, weil ich aktuell keine Zeit finde. Sehr schade. Wird aber auch mal wieder anders.

Wie findet ihr zu neuen Schriftvarianten? Üben? Abmalen? Bücher mit Typen wälzen? Oder auch beim zeichnen?? Gibt es da ein System, das ihr für euch etabliert habt?

Hand-Lettering: Übung und der Meister und so

Den Spruch mit der Übung und den Meister kennen wir alle. 🙂 Heute gibt es nur einen kleinen Auszug aus meinen Handlettering-Gehversuchen. Klappt inzwischen ganz gut, denke ich. Offensichtlich schreibe ich auch Blog-Krams, Leseziele etc in ein ominöses Notizbuch. Man kann nicht genug ominöse Notizbücher haben. 😉

Wie bringt ihr Üben in euren Alltag, wenn es um kreative Dinge, Sprachen, was auch immer geht? Wie geht ihr überhaupt an die Sache ran, wenn es darum geht etwas Neues zu lernen?

Hand-Lettering: Getting Started with Brush Lettering

Schon seit einer Weile habe ich mich mit dem Gedanken gequält mal mit Brush Lettering anzufangen. Auf Instagram und Youtube folgte ich schon länger einigen Künstlern. Aber ich habe gezögert, da ich das Gefühl hatte ein Nachmacher zu sein, der zu spät auf den Hype-Zug aufspringt. Alles Quatsch. Manchmal muss man einfach machen, worauf man Lust hat. Und genauso wie beim Zeichnen ist es nun mal so, dass man die Möglichkeit hat einen eigenen Stil zu entwickeln. Wenn es nicht so wäre, wären wir ja alle Nachmacher, was? Also: was ganz Neues. Wie fängt man am besten an? Vielleicht hilft es dem einen oder anderen von euch, wenn ich teile wie ich angefangen habe, denn das www ist voller Ressourcen zum Thema und sich da durchzuwühlen kann ermüdend sein.

Brush-Lettering: wie anfangen?

First things first: Brush-Lettering ist eine Form der Typografie, bei der Pinsel oder Stifte mit einer Pinselspitze benutzt werden. Sie ermöglichen, dass man sehr variabel dicke und dünne Linien zeichnet und man sehr fließend mit ihnen arbeiten kann. Dabei gibt es tausend mögliche Schriftarten. Über romantische, chaotische, geometrische – es geht alles. Aber vor Allem die geschwungenen, romantischen Typen sind derzeit sehr präsent. Will man also mit dem Brush-Lettering anfangen empfiehlt es sich eine Schriftart auszuwählen, die man mag und zu üben, üben, üben. Seit einiger Zeit gibt es einen großen Hype um Brush-Lettering. Viele Künstler und Designer haben sich selbstständig gemacht und verkaufen Bücher und Arbeitsblätter, die Anfängern einen solchen Startpunkt geben sollen. Aber ich empfehle statt teure Bücher zu kaufen, erstmal im großen weiten www nach kostenfreien Arbeitsblättern (Worksheets) zu suchen. Ich habe mit einem angefangen, das die Firma Tombow zum kostenfreien Download bereitstellt.

Mein erstes „richtiges“ Ergebnis nach ganz viel üben

So ganz uneigennützig sind auch die nicht, da Tombow eine Firma ist, die u.a. Brush-Pens verkauft. Da wären wir auch schon bei Punkt zwei: das Material. Das Worksheet kann man sich so oft ausdrucken wie man will, klar. Ich lege mir gern zum freien Üben dünnes, weißes Papier über die Vorlagen und probiere es später frei Hand. Da ich gerne illustriere, hatte ich schon COPIC ciao Brush-Pens zuhause. Aber ich hatte nicht den Eindruck, dass ich mit ihnen dieselben Ergebnisse erziele. Schaut man sich in den Läden um, gibt es Stifte in allen Preisklassen, v.A. in teuer. Nicht jeder möchte 5-10€ für einen einzigen Stift hinblättern, v.A. wenn man noch nicht weiß, ob man dran bleibt. Sucht einfach mal weiter. Im Kunstbedarfsladen meines Vertrauens habe ich von Koh-i-noor Stifte gefunden (Koh-i-noor „brush“ bzw „paint fun“), bei denen eine ganze Packung 10€ kostet, ich habe sie im Ausverkauf für 3€ bekommen. Tombow sind wohl die beliebtesten Stifte, die aber auch einen stolzen Preis haben.

Und jetzt ganz viel üben. 🙂 Ein paar Dinge gibt es zu beachten. Ich denke der wichtigste Tipp (neben üben, üben, üben) ist, dass man dünne Linien mit wenig Druck von unten nach oben zieht und dicke Linien mit mehr Druck von oben nach unten. Warum das so ist ergibt sich einfach durch den Druck, den man ausüben muss und die Linienstärke, die man erzeugen will. Dicke Linie = mehr Druck. Und es ist einfach Druck auszuüben und dabei den Stift von oben nach unten zu ziehen als ihn schieben zu müssen. Ziehen: wenig Arbeit für das Handgelenk, Schieben: viel Arbeit. Das heißt man muss ein bisschen das Köpfchen einsetzen und sich überlegen wo man bei dem jeweiligen Buchstaben anfangen will. Manche Worksheets helfen einem und geben das mit Pfeilen vor. Ansonsten probiert man es einfach aus, bis man einen Weg gefunden hat, der sich natürlich anfühlt. Das folgende Video fand ich außerdem sehr hilfreich und ich denke es erklärt die wichtigsten Punkte:

„3 Top Tips for Learning Brush Lettering (Calligraphy)“, via kellycreates (Youtube)

Lasst euch nicht zu schnell frustrieren. Meine erste Gehversuche sahen sehr witzig aus und ich denke, dass das normal ist. Anfangs dachte ich, dass ich so dünne Linien wie in dem Arbeitsblatt gar nicht hinbekomme und die Übergänge von dicken zu dünnen Linien sahen furchtbar aus. Aber absetzen und alles einzeln zeichnen führt zu einem sehr unnatürlichen Schriftbild und macht keinen Spaß. Aber man fuchst sich nach einer Weile rumprobieren rein. Meine Gehversuche kann man übrigens auf Instagram beobachten 😉

Demnächst werde nochmal verschiedene Brush-Pens vergleichen. Inzwischen lettere ich nun doch mit einem Tombow-Stift, obwohl ich mit den Koh-i-noor-Stiften viel geübt habe und wie man oben lesen kann, habe ich auch COPIC ciao ausprobiert. Um zu üben ist es aber vollkommen ok nicht den allerteuersten Stift oder Pinsel zu benutzen, denke ich. So ganz fremd ist mir die Typografie übrigens nicht, ich habe als Teenager eifrig und mit Begeisterung Typografie gemacht und u.a. Fraktur gelernt. Wie steht ihr eigentlich zu dem Thema Brush-Lettering? Ich warte noch auf einen adäquaten deutschen Begriff 🙁 Habt ihr auch schon mal Typografie gemacht? Habt ihr schon mal mit dem Gedanken gespielt damit anzufangen oder seid ihr vielleicht schon längst dabei?