Gedanken: Blog-Geburtstag

Heute vor fünf Jahren erschien der erste Artikel in diesem Blog. 🙂 Er trägt den Titel Hallo Welt – in bester Informatikertradition und so wie ich es schon bei meinem anderen Blog gehandhabt habe. Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich meinen Kunstblog hier nicht so konsequent geführt habe wie den „Miss Booleana“-Blog. Es war eine spannende Reise bis hierher – und hoffentlich noch viel weiter. Ein Rückblick.

Vor über fünf Jahren starb eine Idee und eine andere wurde geboren. Damals begrub ich den Gedanken mich weiter bei Verlagen zu bewerben in der Hoffnung das Ding mit dem Manga zeichnen neben dem Studium gewuppt zu bekommen. Der Auslöser war, dass sich meine Zeit an der Uni dem Ende entgegen neigte und ich wusste, dass ich bald einen Job suchen würde. Die deutsche Mangaszene wirkte auf mich etwas zu rigide und eingeschränkt, als dass es möglich für mich wäre dort ein Plätzchen zu finden. Außerdem wirkte es mit der Realismus-Brille betrachtet unmöglich neben einem Vollzeit-Job für ein konkretes und dauerhaftes Projekt zu zeichnen. Und etwas sicheres wie die Softwareentwicklung zugunsten des Zeichnens aufzugeben, erschien mir nicht klug.

Aber loslassen wollte ich Manga und Zeichnen nicht. Was ich mache, sollte gesehen werden. Also startete ich den Webcomic-Blog und habe meinen Manga Morphin hier nach und nach hochgeladen. Und das war – man verzeihe mir die Wortwahl – geil. Zwar hatte ich damals erschreckend wenig Klicks und Sichtbarkeit, es gab wenige Kommentare, aber dafür herzliche und es war einfach cool Morphin sichtbar zu wissen. Zu wissen, dass Leute es lesen können und es nicht mehr ein geheimes Schubladenprojekt ist. Ich hielt mich so ca. 2 Jahre mit dem Blog und Morphin über Wasser. Dann aber kam die Krise. Die Seiten waren inzwischen alle hochgeladen und ich fühlte mich orientierungslos. Anfangs dachte ich noch, dass ich Morphin weiterzeichnen würde, aber im Laufe der Zeit war ich aus meinem Herzensprojekt herausgewachsen. Wie lange hatte ich daran gefeilt? Mindest fünf bis sechs Jahre. Aber es verging Zeit und ich setzte mich einfach nicht ran. Hatte insgesamt seitdem ich arbeitstätig war erschreckend wenig gezeichnet. Ich verkündete erstmal, dass ich den Blog umbauen würde, weil ich dachte, dass ich eine Neu-Orientierung brauche und weil mir das alte Theme nicht mehr gefiel. Und dann waren da plötzlich zwei Jahre Funkstille.

Damals wusste ich einfach nicht, zu was ich den Blog umbauen sollte. Was würde ich machen? Welchen Platz würde Kunst oder Manga in meinem Leben haben? Klar, ich lese Manga. Aber zeichne ich auch noch welche? Und wenn ich nicht mehr Manga zeichne, was zeichne ich dann? All das ging mir durch den Kopf bis es irgendwann in 2017 einen Funken gab. Ein Klingeln. Und das sagte: es ist egal, was du machst, solange du nicht aufhörst. Und so zeichnete ich – was mir in den Sinn kam, was mir gerade zeichnenswert oder wichtig erschien. Lernte neue Dinge, zeichnete tatsächlich wenig Manga. Und dann fiel mir auch irgendwann ein, dass es ja den Blog gibt. Den Webcomic-Blog, der jetzt mehr sein kann. Ein Kunstblog. Und ich würde den nutzen und mich pushen, würde mich dran erinnern jede Woche zu zeichnen und dort jede Woche irgendetwas veröffentlichen. Damit es mir nicht wieder entgleitet.

Und es funktioniert! Im September 2017 meldete ich mich mit einem neuen Theme zurück, das ich immer noch sehr mag. Seitdem habe ich mit euch Zeichnungen geteilt, mit Center-Tales wieder zarte Manga-Gehversuche, wenn ich Lust drauf hatte auch einfach mal Origami, kleine kreative Ergüsse auf die ich stolz bin, habe auch mal über Misserfolge gesprochen oder geplatzte Auftragsarbeiten, habe angefangen mit Brush-Lettering und mit euch meine Fortschritte geteilt, auf ein Jahr des Zeichnens zurückgeschaut – endlich mal wieder, über Arbeitsmaterial gesprochen wie meine weapon of choice Copic-Marker oder den Leuchttisch, habe euch work in progress gezeigt – sogar animiert und mit MIDAS einen weiteren Webcomic hochgeladen, den inzwischen dritten hier im Blog. Auch wenn es kein neuer ist. Und es hat mir Spaß gemacht! Inzwischen ist es mir übrigens relativ egal, was ich genau mache. Ob Hand-Lettering oder etwas zeichnen. Ich möchte nur nicht nochmal stehen bleiben und verkommen lassen, was ich liebe und was mir Entspannung und Frieden bringt. Und ich freue mich sehr, dass ihr dabei seid. Ihr Leser da draußen seid vielleicht nicht soviele wie auf meinem anderen Blog, aber ich bin sehr dankbar für eure Kommentare und euer Feedback. Allein der Gedanke, dass es da draußen vier, fünf Menschen gibt, die mitverfolgen, was ich hier vor mich hinkritzele, macht mich sehr glücklich und ich hoffe ihr verfolgt die Reise dieses Blögchens und dieser Hobbykünstlerin noch ein bisschen mit. Ich danke euch!

Header image photo credit: Dewang Gupta