Technik: Besprechung „Die Kunst des Zeichnens 15 Minuten Gesichter“

Buchbesprechungen kennt man sonst eigentlich nur von meinem anderen Blog 🙂 Aber schon vor einer Weile habe ich mir mal vorgenommen im Portrait zeichnen besser zu werden und mir dazu „Hilfe“ in Form des Buchs aus dem TOPP-Verlag geholt. Vielleicht interessiert es ja auch den einen oder anderen von euch da draußen, ob das Buch dem geübten Zeichner noch etwas Neues beibringt und was es mit den „15 Minuten“ im Titel auf sich hat.

Da das Buch im Urschleim anfängt und anfangs Zeichenmaterialien erklärt (ja, Bleistifte und so), ist recht bald klar, dass nicht zu erwarten ist das Buch in 15 Minuten durchgeackert zu haben. Wie ich anfangs tatsächlich dachte, da es auch ein relativ dünnes Buch ist. ^^‘ Viel mehr ist es das Ziel, dass man später in 15 Minuten Portraits zeichnen kann. Damit sind sicherlich keine perfekt ausschraffierten gemeint, sondern rudimentäre, aber punktgenaue Abbildungen. Nach den ersten Seiten mit aus meiner Sicht überflüssigen Erklärungen zu Materialien und Techniken wie Schraffur geht es aber recht flott los. Man bekommt eine sehr knappe, aber effektive und bebilderte Auflistung der Anatomie des Gesichts. Anfangs liegt der Fokus auf den einzelnen Organen wie der Nase oder den Augen, geht über zu den Proportionen des Gesichts und weiter zu anderen Details bis hin zum Zeichnen von Kindergesichtern oder denen älterer Menschen.

An den Rändern sind jeweils einige Hinweise und Hilfestellungen. Das Buch ist durchgängig bebildert mit Teilschritten vom Portrait zeichnen oder schematischen Skizzen. Im Grunde sind fast alle Abbildungen im Buch Skizzen, was das Adaptieren vereinfacht und ein rundes Gesamtbild liefert. Nach den Erklärungen gibt es Übungen in denen man sich quasi an der „15 Minuten Challenge“ versucht, d.h. das auf einem Foto abgebildete Gesicht portraitieren soll. Diese Übungen häufen sich bis zum Ende. Damit man einen Anfang kriegt, sind dort schematische Darstellungen der Zwischenschritte, quasi „work in progress“. Das ist an und für sich eine schöne Idee, aber die Fotos sind für meinen Geschmack viel zu klein und zu schwach kontrastiert als dass ich davon sehr effektiv zeichnen könnte.

Habe ich nun was neues mit dem Buch gelernt? Jein. Es gibt einige Details, die ich nicht wusste und bei denen ich einen Aha-Effekt hatte. Beispielsweise ist mir nie aufgefallen, dass die menschliche Iris idR auf dem unteren Lid „aufsetzt“ und nur vom oberen Augenlid verdeckt wird. Aber die meisten Fakten und Details zur Anatomie des menschlichen Gesichts wusste ich, habe ich aber verdrängt. Das Buch hat insofern sehr geholfen mir all die Details wieder bewusst zu machen. Zum Üben habe ich mir Fotos aus Zeitschriften oder Instagram hergenommen und versucht die vielen Fakten und Hinweise zu beachten. Und ich habe tatsächlich den Eindruck, dass es mir was bringt. Ein paar Ergebnisse habe ich vor zwei Wochen schon mal gezeigt. Und ich denke es wird mir ein hilfreiches Nachschlagewerk sein. Aber im Großen und Ganzen lautet die Formel natürlich: üben, üben, üben! Für Anfänger halte ich es für einen guten Kurs, für Profis erachte ich es als ein gutes Nachschlagewerk oder eine Auffrischung; aber in beiden Fällen finde ich die Fotos für die Übungen einfach zu klein.

Habt ihr das Buch zufälligerweise auch im Regal? Und hat es euch geholfen? Wie habt ihr euch an das Portraits zeichnen herangetastet? Bei mir ist es bereits der xte Versuch. Es fällt mir schwer zu beschreiben, woran es in der Vergangenheit scheitert. Vielleicht weil ich bei menschlichen Gesichtern nie eine Routine entwickelt habe? Es gibt einfach so viele Details. Das menschliche Gesicht ist sehr komplex geformt und oftmals müssen Formen aufgrund des Abhandenseins von klaren Kanten „modelliert werden“, was echt knifflig ist. Für viele sind die Hände das schwierigste am menschlichen Körper – ich finde Gesichter schwieriger. Inwiefern das Verfallen in den Mangastil stört, kann ich nicht beurteilen.

Ein Gedanke zu „Technik: Besprechung „Die Kunst des Zeichnens 15 Minuten Gesichter“

  1. Ein Gegenüber gut einschätzen zu können, war wohl immer schon sehr vorteilhaft und entsprechend detailreich ist wohl die eigene Wahrnehmung.

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