Echo Echoo Echooo

Geschenke, die Dritte! Dieses mal zeige ich ein Bild für eine Freundin, die sehr gern klettert und nebenbei noch selber zeichnet. Vielleicht gibt das Bild Aufschluss darüber, warum man manchmal den Eindruck hat, dass sich Berge bewegen oder wo eigentlich das Echo herkommt!? 🙂 Allerdings bin ich mir schon bewusst, dass ich die Kletterei vielleicht nicht soooo originalgetreu abgebildet habe.

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Zeichnung: Portraits zeichnen III

Jaaa … ich mache das immer noch. 🙂 Wie schon mal hier erzählt habe ich mit diesem Buch mein Wissen über das Menschen portraitieren aufgefrischt. Und gemäß der Weisheit „Übung macht den Meister“ übe ich. Und übe. Und übe. Und … übe. Zugegebenermaßen kam ich in den letzten Wochen zu fast nichts bis ich dann Urlaub hatte. Inzwischen werden alienhafte Gesichter weniger. Aber die Feinheiten in der Mimik oder die Wiedererkennungsmerkmale treffe ich immer noch nicht so ganz. Obwohl ich nicht so zufrieden bin, teile ich mal meine zwei aktuellsten Übungsergebnisse. Ratet doch mal, wen ich da versucht habe zu zeichnen 🙂 Eine Person kennt man vielleicht sogar …

Der Herr ist Taika Waititi mit der Vorlage dieses Zeitungscovers und die andere ist die Instagramerin Gemma Stafford, die ich ehrlich gesagt nicht kannte bevor ich mal wieder auf Instagram Fotos suchte, die sich gut für Portrait zeichnen eignen. Wie man es erwarten könnte ist Instagram quasi eine Fundgrube … Selfie Galore. Ich bleibe dran.

Zeichnung: Portraits zeichnen II

Es ist ja schmerzhaft lange her, dass ich das letzte Mal über meine Gehversuche im (besser) Portrait zeichnen lernen berichtet habe. Nämlich über ein Jahr. Ups. Seitdem lag hier das Buch „15 Minuten Gesichter“ aus der Reihe „Die Kunst des Zeichnens“ aus dem Topp Verlag rum. Im Neujahrs-Eifer habe ich das Buch nun endlich durchgearbeitet und das Üben wieder aufgenommen. Ein kleiner Zwischenbericht.

Warum will ich eigentlich unbedingt Portraits zeichnen können? Bevor man sich einen eigenen Stil aneignet, sollte man erstmal grundsätzlich zeichnen können und die Basics beherrschen – so meine Auffassung. Objekte, Gebäude, Pflanzen, manche Tiere – das krieg ich schon hin. Aber Menschen hatten immer so eine ganz eigene Komplexität, die ich schwer zu greifen bekam. Durch jahrelanges Manga zeichnen wurde das nicht besser. Meine Menschen hatten immer einen Schlag Manga inne. Vor Allem die dezenten Formen im menschlichen Gesicht sind tough finde ich. Bei Architektur gibt es klare Linien und eine gewisse Geometrie, an der man sich orientieren kann. Aber Menschengesichter? Woah. Deswegen wollte ich das lernen – und ich finde die Ergebnisse der ersten vier Wochen kann man zeigen. Sie sehen jedenfalls erstmal wie Menschen aus. 😉

Vielleicht erkennt ihr ein oder zwei der Abgebildeten? Da hätten wir einmal Sweeney Todd und Oscars Isaacs – letzteren erkennt man am ehesten, denke ich. Die Referenzbilder, die ich verwendet habe sind übrigens allesamt aus Instagram, das mir seitdem jetzt fast nur noch Portraits und Close Ups von Menschen vorschlägt … . Dass sie wie Menschen aussehen ist ja schon mal schön, aber es fehlt noch der Blick für die ganz eigenen Merkmale der Gesichter muss ich ganz offen zugeben.

Sweeney Tood erkennt man vielleicht am mürrischen Blick, aber wie Johnny Depp als Sweeney Todd sieht er nicht aus. Die anderen sind denke ich recht gut gelungen, aber immer noch einen Tick anders als das Original. Zum Vergleich die Referenzbilder: Frau mit Dutt, Frau mit Vokuhila und ältere Mann. Die letzten beiden finde ich übrigens besonders gelungen. Darauf, dass die Frau mit Vokuhila ein bisschen in eine andere Richtung schaut kommt es jetzt nicht so besonders für mich an. Da wurde ich einfach müde und hatte keine Lust mehr mich zu korrigieren. XD Ganz schön komplex Gesichter zu zeichnen … .

Allerdings sollte ich auch über die Ausfallrate sprechen … ungefähr 30% der Bilder sind so gar nichts geworden. Normalerweise bin ich ja sehr dafür zu seinen Misserfolgen zu stehen. Aber da mein Selbstbewusstsein im Menschen zeichnen noch nicht so groß ist, bleibt es heute erstmal bei der Zahl und ich behalte die Bilder mal für mich. ^^‘ Habt ihr euch schon mal an das Portraits malen gewagt? Findet ihr das auch so schwierig? Womit habt ihr geübt? Das oben genannte Buch werde ich wahrscheinlich beim nächsten Mal besprechen.

Zeichnung: Portraits zeichnen I

Schreiben lernt man nur durch schreiben, Zeichnen nur durch zeichnen. Als ich vor einer Weile den Blog öffnete, sah ich wieviel Hand-Lettering Posts ich gemacht habe. Und wie wenig in den letzten Monaten gezeichnet. Da wurde ich etwas nachdenklich. Hatte ich nicht unendlich viele Ambitionen Anfang des Jahres? Das Skizzenbuch ist etwas eingeschlafen, mit dem Portraits zeichnen habe ich nicht weitergemacht, ich habe stattdessen wirklich sehr viel gelettert. Das kann so nicht bleiben 🙂

Natürlich ist das mit dem Hand-Lettering nicht so schlecht 😉 Ich würde glatt behaupten, dass ich inzwischen einiges ausprobiert habe, aus dem Kopf beherrsche, keine allzu zittrige Hand mehr habe und wahrscheinlich sogar meinen Stil gefunden habe. Einen, mit dem ich mich am ehesten Zuhause fühle. Die Fortschritte sind groß und das ist schön. Das ist alles eine gute Sache. 🙂 Aber vielleicht wird es auch Zeit sich wieder dem zu widmen, was ich mir für mich als (Hobby)Illustratorin wünsche. Vor Allem wünsche ich mir ja wieder regelmäßig zu zeichnen und nicht stehen zu bleiben. Und das geht am besten in dem man wenigstens regelmäßig etwas skribbelt oder noch besser: sich Ziele setzt. Und meins war schon zu Beginn des Jahres Portraits und danach vllt Anatomie in Angriff zu nehmen. Meine Fortschritte möchte ich regelmäßig mit euch teilen. Mal schauen wo die Reise hingeht. Startpunkt sind Portraits wie dieses, das ich schon mal mit euch geteilt habe.

Zur Seite steht mir ein Buch, das ich mal auf einer Leipziger Buchmesse fand. Es heißt zwar 15 Minuten Gesichter, aber das Buch ist nicht in 15 Minuten gelesen. Und die „Theorie“ auch nicht gelernt. Zumindest, wenn man alles mitprobieren will. Die ersten Seiten sind vielleicht nicht so spannend, weil sie Materialien erklären. Ein notwendiges Kapitel, aber auch eins, das Zeichner schon in hundert Büchern gesehen haben und auswendig kennen. Danach geht es erstmal los mit einzelnen Sinnesorganen – Augen, Mund, Nase, etc. So richtig spannend ist es also noch nicht, denn gerade Augen zeichne ich eigentlich recht gern und kenne schon einige Kniffe. Aber Nasen sind so ein Thema 😉

Wie habt ihr zeichnen gelernt bzw wie verbessert ihr euch? Greift ihr zu Büchern, Online-Kursen, Kursen in einer VHS? Oder übt ihr einfach drauf los? Und wie steht es um eure Neujahrsvorsätze? 🙂

Zeichnung: Aus dem Skizzenbuch – Frauenkopf

Die Tinte meiner hier letzte Woche niedergeschriebene Vorsätze ist ja noch nicht mal richtig trocken. Dazu zählte Portraits zeichnen zu üben und das Skizzenbuch zu füllen, um das Zeichnen mehr in den Alltag zu integrieren und „dran“ zu bleiben. In Zukunft zeige ich euch immer mal wieder meine Gehversuche. Dieses Mal ist es allerdings noch eine Skizze aus dem letzten Jahr, die mir besonders gut gefällt.

Das ist übrigens das gute Stück. 🙂 Das Blanko-Buch mit dem Hokusai-Motiv habe ich eigentlich als Teenager angefangen. Wenn man es aufschlägt, macht man erstmal eine kleine Reise in die Vergangenheit. Zu Orten, die ich skizziert und seit Jahren nicht gesehen habe und Zeiten, wo ich noch viel weniger Portraits zeichnen konnte als jetzt ^^“ Die umweht aber angenehm die Nostalgie. Irgendwann habe ich es zur Seite gelegt und quasi gar keine Skizzen mehr gemacht. Mit jedem Jahr, das verstrich und ich nichts dort rein gezeichnet hatte, wurde ich immer reumütiger. Damit es nicht irgendwann zum „Sketch Note of Shame“ wird, muss ich es jetzt erlösen und vermehrt benutzen. 🙂 Allerdings ist es eigentlich etwas zu schwer für ein Skizzenbuch.

Da ist der Frauenkopf. Anfangs wusste ich nicht so wirklich wo das Motiv herkam, ich hab einfach angefangen zu zeichnen und ihr stolzer und irgendwie trotziger Blick und das wirre Haar gefallen mir. Ich überlege seitdem daraus ein Farbbild zu machen und es evtl. nochmal auf Kolorierpapier zu übertragen. Das gestaltet sich wahrscheinlich etwas kompliziert, da das Skizzenbuch gebunden ist. Einige Tage später fiel mir übrigens auf, dass meine Idee wohl nicht so ganz von ungefähr kam. Eins der Bloglovin-Logos für Verlinkungen erinnert etwas daran. Also Absicht war es nicht … . Evtl habt ihr das Bild schon in meinem Rückblick auf 2017 („Summary of Art 2017“) gesehen.

Wann hat sich das letzte Mal ein Motiv unbewusst in eure Bilder geschlichen? Welche Skizzenbücher benutzt ihr am liebsten? Was sind eure Vorsätze für 2018?

Zeichnung: Tulpen-Studie

Seufz … ich bin zur Zeit etwas Land-Unter und habe viel zutun. Das merke ich schon daran wie schwer ich hinterher komme hier und andernorts Kommentare zu beantworten. Aber es kommen auch mal wieder andere Tage und bis dahin gibt es einen Tulpengruß als Entschädigung 😉

2017 habe ich viele Pflanzenstudien gemacht. Ich kann auch manchmal einfach nicht anders, wenn mich so ein perfekter Strauß anlacht. Das Material ist kein großes Hexenwerk … einfaches Papier und ein 4B-Bleistift. Falls euch das Bild bekannt vorkommt, liegt es daran, dass man in der Summary of Art schon einen kleinen Blick darauf erhaschen konnte. 🙂 Das Bild hat übrigens indirekt etwas mit meinem Artikel für nächste Woche zutun …

Was sind die Motive bei denen ihr nicht anders könnt und unbedingt zum Bleistift greifen wollt? Wenn ich Blumen-Skizzen so anschaue, denke ich, dass es Zeit wird, dass der Frühling kommt.

Zeichnung: „Zeichnen für andere“ und wie man sich rantastet

In den vergangenen Wochen habe ich ja ein paar Mal über Auftragsarbeiten geschrieben. Über welche die erfolgreich waren (zum Beispiel das und das), über welche die aus ganz ungeahnten Gründen nichts geworden sind (aber trotzdem Spaß gemacht haben). Jetzt kommt wohl der Moment, wo ich mal über die Fälle reden muss, aus denen nichts geworden ist. Leider handelt es sich dabei um das aktuelle Projekt, von dem ich auch vor Kurzem berichtet habe. Meine Entwürfe und die Vorstellungen der Auftraggeber haben nicht zusammengepasst. Das ist sehr schade, aber das passiert eben. Auch wenn das keine erfolgreiche Fallstudie ist, möchte ich trotzdem mal darüber sprechen wie ich versuche mich an das ranzutasten, was gewünscht wird.

Am Anfang war das Gespräch

Meine „Auftraggeber“ waren zwei nebenberufliche Fotografen, die u.a. Hochzeits- und Reise-Fotografie machen. Sie suchten für ihren Blog ein allgemeines Blog-Logo und für die drei Kernthemen ihrer Arbeit jeweils ein „Themen“-Logo für entsprechende Seiten im Blog. Das klang erstmal sehr greifbar und ich hatte sofort Ideen, was man tun könnte. Wir haben uns kurz zusammengesetzt und ihren Blog und die Richtung in die es gehen soll besprochen. Über die Form oder den Stil konnten sie mir keine Aussage machen, haben mir aber einige Referenzen und Bilder geschickt wie es werden soll. Meine Haupteindrücke waren, dass es Vintage-angehaucht sein soll und dass Naturmotive gern gesehen sind. Zuhause wurden dann nochmal der Blog der Blog-Kollegen angeschaut und dann machte ich einige Skizzen.

Der Plan wäre diese Skizzen dann mit Fineliner oder Vektorgrafik (oder Fineliner und dann in Vektor konvertieren 🙂 ) das Ganze zu finalisieren. Eine erste wichtige Erkenntnis war: die Präsentation. Meine Auftraggeber nahmen die Skizzen nicht als Skizzen wahr und gaben mir mit auf den Weg, dass alles insgesamt weniger fein, weniger komplex und weniger „3D“ sein soll. Es würden Umrisse der Tannen, Berge etc ausreichen und insgesamt weniger Striche. Da habe ich durch die Referenzbilder, die ich geschickt bekam und die sehr Vintage aussahen also einen falschen Eindruck gewonnen. Die Logos sollten viel einfacher sein. In meinem Kopf waren sie das auch – nur dass ich sie eben als Skizzen/Zwischenschritt präsentiert habe. Normalerweise hätte ich sie mit Fineliner nachgezeichnet und sie wären dann auch weniger komplex gewesen.

Zweiter Versuch: Variationen und „fertigere“ Logos anbieten

Aus den Fehlern der Vergangenheit wollte ich lernen und haben kleine Logos angefertigt, die zwar noch nicht final sind, aber zumindest nicht mehr nach Skizze aussehen. Zwischendurch hatte ich von den Auftraggebern wieder Referenzbilder bekommen, die deutlich mehr in die Richtung Tattoo-Art gingen. Aber das Naturthema und mein Laternen-Entwurf sollten weiterhin die Motive bleiben. Also habe ich versucht mich dem anzunähern.

Während die Laterne gut gefiel und auch genommen worden wäre, schienen die anderen Motive nicht den Geschmack zu treffen. Warum das so ist, fällt mir schwer zu erahnen und die Auftraggeber konnten es auch nicht so ganz formulieren. Wenn etwas nicht gefällt und ich Geschmack oder Vorgaben nicht treffe, ist das nicht unbedingt schlimm. Sobald man mir aber nicht sagen kann, was ich falsch mache, beginnt es etwas frustrierend zu werden. Bei mir entstand der Eindruck, dass es nicht mein Stil und nicht meine Ideen sind, die gewollt sind, als ich wieder Instagram-Accounts von anderen Künstlern als Referenz geschickt bekam. Andere abzuzeichnen ist aber nicht fair und nicht dienlich, da waren wir uns einig und die Auftraggeber versicherten mir, dass sie das auch nicht wollen. Das ist fair und finde ich.

Schießen auf bewegliche Ziele

Also auf ein Neues. Man sieht dem Stil-Mix der Logos bereits an, dass ich inzwischen blind in verschiedene Richtungen losrannte. Der Grund warum immer wieder soviele Tannen dabei sind, ist, weil die Auftraggeber mir sehr viele Referenzbilder mit Tannen schickten. Das was meinen Stil und meine Ideen am meisten widerspiegelt ist wohl der Fuchs und die Tannen im Nebel. Alles andere ist irgendwie nicht „Ich“. In meinem Hinterkopf keimte der Gedanke, dass ich vielleicht nicht wegen meines Zeichenstils ausgewählt worden war. Gleichzeitig war ich irre stolz auf den Fuchs, weil ich den für eines der gelungensten Entwürfchen hielt, aber schon befürchtete, dass es nicht mit dem Geschmack der Auftraggeber zu vereinen war. Als ich ihnen die neusten Entwürfe schickte, bat ich darum sich mit mir nochmal zusammenzusetzen und mich live-zeichnen zu lassen, damit ich ihre Reaktionen mitbekomme und direktes Feedback erhalte oder … das wir es bleiben lassen. Warum ich das angestoßen habe? Es ist nicht so, dass ich aufgeben wollte. Aber ich habe so entschieden, weil ich nicht das Gefühl hatte, dass wir uns dem Ziel nähern und es mir wie Schießen auf bewegliche Ziele vorkam.

Zu den Logos habe ich kein Feedback bekommen, aber die Auftraggeber haben mir zugestimmt, dass wir es bleiben lassen. Sie gaben an, dass es nicht an mir liegt, aber ein bisschen traurig bin ich schon.

Herrenlose Logos und ein Teil-Happy-End

Im Laufe des Prozesses sind 30 Logos entstanden. Einige davon kann ich hier nicht zeigen, weil sie die Namen der Auftraggeber beinhalten. Nun habe ich hier diese 30 herrenlosen Logos rumliegen. Spaß gemacht hat es trotzdem und zumindest für den Fuchs habe ich ein Zuhause gefunden: ich erkläre ihn zu meinem neuen Blog-Logo, das in den nächsten Wochen eingearbeitet werden wird. 🙂

Noch eine kleine Erklärung kurz vor dem Ende meines Berichts: der Artikel ist nicht als Schimpfen auf Auftraggeber gedacht (die Beiden hier sind außerdem zwei sehr liebe Leutchen), sondern als Bericht über die Herangehensweise in der Hoffnung, dass andere Hobby-Zeichner (und auch ich in Zukunft!?) daraus Erfahrungen schöpfen und Rückschlüsse ziehen können. Denn gerade bei kreativen Leistungen ist das was gewünscht ist manchmal unendlich schwer greifbar.

Hattet ihr schon Mal ähnliche Erlebnisse? Und wie geht ihr mit solchen Misserfolgen um? Einer der Gründe, warum ich das nicht hauptberuflich mache, ist dass ich immer sehr viel Herzblut in meine Arbeiten stecke und viele Emotionen mit ihnen verbinde. Früher habe ich Ablehnung meiner Werke daher immer mit Ablehnung meiner Person gleichgesetzt, was denke ich einfach falsch ist. Da bin ich schon besser geworden, aber es ist nicht einfach. Ich denke aber die „Anamnese“ und das sich rantasten ist nicht verkehrt, auch das Anbieten verschiedener Variationen. Nach dem Erlebnis stehe ich dem Schicken von Referenz-Bildern aber sehr zwiespältig gegenüber.

Zeichnung: Benedict Cumberbatch Portrait

Zur Zeit schaue ich hin und wieder in das Buch ‚Die Kunst des Zeichnens 15 MINUTEN Gesichter‘ aus dem TOPP-Verlag. Bis ich euch hier erzählen kann wie hilfreich (oder auch nicht?) das Buch dabei Portraits zeichnen zu lernen ist, muss ich noch eine ganze Menge ausprobieren und lesen. Viel ist noch nicht passiert. An meine Bemühungen musste ich denken als ich das Gespräch aufschnappte, von dem ich im letzten Beitrag berichtete und was mich an mich selber erinnerte als ich als Teenager dachte ‚irgendwas mit Kunst arbeiten zu wollen‘. Denn diejenige, die dort beschloss Kunst zu ihrem Lebensmittelpunkt zu machen, zeichnet Portraits. Ihre Geschichte und meine Bestrebungen Portraits zeichnen lernen zu wollen, haben nichts miteinander zutun. Aber witzig ist der Zufall schon, oder sagen wir mal: er macht hellhörig. Nach dem Schreiben des Artikels fiel mir aber ein, dass ich vor vielen Jahren schon Mal angefangen habe Portraits zu zeichnen und sogar auf meinem Filmblog(!) darüber gebloggt habe. Ich kann heute kaum nachvollziehen, warum ich nicht hier darüber gebloggt habe, wahrscheinlich dachte ich, dass es besser zum anderen Blog passt, weil das Motiv vorrangig Schauspieler waren, in dem Fall Benedict Cumberbatch.

Warum Portraits?

Als Kind und Teenager habe ich mich oft daran versucht Portraits zu zeichnen, weil ich den Gedanken so toll fand, dass man die Personen richtig realistisch zeichnen kann. Ein menschliches Gesicht mit seiner Plastizität und solchen herrlichen seltsamen Organen wie einer Nase ist nicht gerade einfach zu zeichnen. Die Augen hingegen bilden zusammen mit dem Blick und der Atmosphäre ein schwer einzufangendes Gefühl. Gelungen ist es mir als Kind eher selten 😉 als wir in der Schule das Thema behandelten, klappte es plötzlich besser. Ich erinnere mich noch, dass ich ziemlich gut bei Portraits von der Seite war. Aber nachdem ich lange Manga gezeichnet hatte, wurde das Thema wieder weniger meins und ich kam nicht ganz so gut klar. Wenn jemand meine Versuche ansah, dann sagten sie meist „Sieht ein bisschen nach Manga aus.“ und ich verstand gar nicht warum. Ich war biased. Also geprägt auf Manga und habe die Unterschiede nicht mehr gesehen. Das hat mich so gestört, dass ich es lange nicht versucht habe.

Aber der Gedanke Menschen haargenau und realistisch abbilden zu können gefiel mir immer noch. Das war sozusagen für mich der ‚Endgegner‘ unter den Zielen was das Zeichnen betrifft. Ich finde es immer noch sehr schwierig. Das ist auch der Grund, warum ich mir das Buch gekauft habe. Es war wie ein Wink des Schicksals mit dem viel zitierten Zaunspfahl, denn das Buch lag auf der Leipziger Buchmesse rum, kurz nachdem ich sinnsuchend überlegt habe wie ich am besten an das Menschen zeichnen rangehen will. Früher habe ich einfach Fotos abgezeichnet um zu üben, aber irgendwas fehlte immer und ich fand keine Antworten darauf was nicht passt an dem Bild. Der Abstand zum Manga hat mir scheinbar gut getan. 2013 habe ich diesen Benedict Cumberbatch gezeichnet und finde ihn eigentlich ganz gelungen. Nur auch er sieht etwas künstlich aus und ich bin mir noch unschlüssig, was ich anders machen muss. Vielleicht hilft mir das Buch dabei das zu ergründen.

Zeichnet ihr gern Portraits? Und wenn ja, was sind meistens eure ‚Models‘? Wie habt ihr es gelernt? Empfindet ihr das menschliche Gesicht auch als so irre kompliziert zu zeichnen?

WIP: Der raue Berg

Da ich ja nun letzte Woche groß angekündigt habe, dass ich wieder da bin, sollte ich wohl auch mit dem Bild starten, dass meine „Rückkehr zum Zeichnen“ darstellte? Irgendwas habe ich meistens gezeichnet, aber vielleicht nicht so stringent wie ich mir das gewünscht hätte. Aber Herbst 2016 habe ich angefangen wieder sehr regelmäßig zu zeichnen – vielleicht markiert das Datum ja doch den Beginn? Ich kann mich da gar nicht festlegen. 🙂 Irgendwie hat mich plötzlich die irrsinnige Lust gepackt Naturgewalten aufs Papier zu bringen.

WIP: Fels in Papier gehauen

Natürlich kann man Fels viel krasser darstellen oder auch viel realistischer. Aber ich mag irgendwie solche leichten, gleichmäßigen Texturen. Textur hat mich immer irgendwie mehr ‚abgeholt‘ als das lange Wischen und Abstufen von Grauschattierungen. Dieser raue Charme von Textur hat irgendwie was. Und wenn ich mich umschaue, zerteile ich meine Umgebung viel öfter in ihre krassen Texturen als zarte Übergänge. Deswegen wollte ich auch das Bild bzw. den Vulkan in so eine Textur zerlegen.

Allerdings ist es nicht nur meinem Kopf entsprungen. Das Foto eines Vulkans stand Pate, was ich etwas abgeändert habe. Über die Fugen des Vulkans kann man sich streiten, aber die Wolken sehen schließlich (bewusst) nicht sehr realistisch aus 😉 Leider habe ich das Foto gerade nicht zur Hand. Das soll mir aber mal als Experiment dienen, ob man mit der Zeichnung vielleicht sogar das Original in der Google-Bildersuche findet. Ergebnis: nein. Aber interessant: Google erkennt das Bild als Zeichnung und Lineart und bietet mir irre viel Bilder von random Zeichnungen an. Hm.

Ein „rauer Berg“

Und hier das fertige Bild …

Da ist sie wieder … die Frage, die so alt ist wie Kunstblogs: Wasserzeichen ja oder nein?

Neben der Erkenntnis, dass ich noch daran feilen muss nachts WIP-Fotos von Zeichnungen zu machen, ergreift mich doch wieder ein bisschen die Angst Wasserzeichen setzen zu müssen. Der Grund dafür ist, dass Bilder so schnell auf tumblr oder in irgendwelchen Netzen geteilt oder auf anderen Webseiten hochgeladen werden können, dass das Urheberrecht im Internet manchmal nur ein schaler, leerer Begriff bleibt.

Viele Leute pfeifen total darauf und das kann einen ziemlich verärgern. Deswegen setzen viele irgendwie mehr oder weniger deutlich ein Wasserzeichen. D.h. einen Link oder ein Logo, dass das Bild unkenntlich macht, eingeschränkt sichtbar oder auch einfach nur auf den Urheber hinweist. Auch meine Bilder wurden schon plagiiert (sogar bei einem Wettbewerb eingereicht) und von irgendwem gezogen und wo anders hochgeladen. Sowas macht mich entweder extrem traurig oder sehr wütend. Aber wenn ich dann mehr oder weniger gut sichtbare Wasserzeichen setze, frage ich mich immer: ist das nicht eh nutzlos? Mit guten Bildbearbeitungs-Kenntnissen kriegt man das eh alles weg, wenn man sich viel Mühe gibt. Und am Ende stören die Wasserzeichen nur die Besucher der Webseite. Deshalb seid ihr Leser gefragt …

Was ist eure Meinung zu Wasserzeichen? Nervt es euch? Haltet ihr es für überflüssig? Oder stört es euch nicht? Was sind eure Lieblingstechniken?

Header image photo credit: Amaury Salas