Preview: Hände

Um auch mal über etwas anderes als MIDAS zu reden, zeige ich euch heute etwas neues, woran ich gerade arbeite. Auf dem Ausschnitt gibt es nicht soviel zu sehen und das Bild wird auch eher minimalistisch, aber vielleicht lädt es euch ja zum spekulieren ein, was Gegenstand des Bildes wird. 😉 Ich muss gestehen, dass es aus der kalten, regnerischen Außenwelt vor meinem Fenster und melancholischen bis dramatischen Songs entstanden ist 😉

Header image photo credit: Dmitry Ratushny

Könnt ihr erraten, worum es in dem Bild gehen könnte? Was seht ihr gerade, wenn ihr aus dem Fenster schaut? Achso … und mit MIDAS ist es noch nicht ganz vorbei, da gibt es noch das eine oder andere zum drüber reden 🙂

Gedanken: Fundstücke II

Wie auch schon in der vergangenen Woche, teile ich mit euch heute einige Fundstücke, die mir während des Umzugs in die Finger gekommen sind. Der gemeinsame Nenner ist heute, dass es alle Character Sheets sind. Also Übersichten, die man sich erstellt, wenn man einen Charakter gestaltet. Meistens enthalten die Sheets eine Übersicht der gängigen Merkmale, Kostüme und Gesichtsausdrücke. Ob sich jeder Hobby-Zeichner so etwas anfertigt? Ich zweifle ja so ein bisschen daran. Zumindest so eine saubere Übersicht finde ich gar nicht so realistisch. Ich hatte für meine Charaktere meistens eher mehrere Blätter an Skizzen. Ist es nicht viel mehr so, dass es wichtig ist, wenn man kooperiert? D.h. in professionellen Zeichner-Assistenten-Arbeitsverhältnissen und dort wo Animation gemacht wird? Wie dem auch sei … ein paar Mal habe auch ich das mit den Character Sheets durchgezogen 🙂

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Zeichnung: Aus dem Skizzenbuch – Tannen

Im Moment gelingt es mir noch ganz gut das Skizzenbuch zu füllen 🙂 Ich hoffe, dass das ein Trend ist, der sich bei mir hält. Daher kann ich euch wieder einen Ausschnitt präsentieren, auf den ich ein wenig stolz bin.

Augenscheinlich mag das Bild nicht viel hergeben, aber ich mag die Schlichtheit. Das Tannenwäldchen besteht aus einfachen Formen und Mitteln. Aber der Mond und die geknickte Tanne geben dem ganzen das gewisse Etwas. Ich überlege davon nochmal eine „ordentlichere“ Version zu machen, die ich vielleicht auch rahmen werde. Ich könnte mir vorstellen, dass das auch mal eins der Motive ist, die vielleicht für den kleinen Traum vom Webshop oder Stand bei Kreativmärkten was hergeben. Allgemein habe ich gerade ein Faible für Naturmotive und s/w-Bilder. Neulich habe ich ein paar Stunden allein auf Strecke verbracht, dabei immer die Natur abseits der Straßen im Blick. So meditative Zeit mit sich allein kann Wunder wirken … ich hatte Ideen für mindestens vier Bilder, die eine interessante Reihe formen könnten. Davon erzähle ich euch aber später mehr 😉

Was landet in eurem Skizzenbuch? Habt ihr ein Skizzenbuch? Aus welchen Situationen schöpft ihr Ideen und wann kommen euch die meisten Einfälle? Müsst ihr dazu ruhig und gelassen sein, oder emotional aufgewühlt?

Zeichnung: Aus dem Skizzenbuch – Frauenkopf

Die Tinte meiner hier letzte Woche niedergeschriebene Vorsätze ist ja noch nicht mal richtig trocken. Dazu zählte Portraits zeichnen zu üben und das Skizzenbuch zu füllen, um das Zeichnen mehr in den Alltag zu integrieren und „dran“ zu bleiben. In Zukunft zeige ich euch immer mal wieder meine Gehversuche. Dieses Mal ist es allerdings noch eine Skizze aus dem letzten Jahr, die mir besonders gut gefällt.

Das ist übrigens das gute Stück. 🙂 Das Blanko-Buch mit dem Hokusai-Motiv habe ich eigentlich als Teenager angefangen. Wenn man es aufschlägt, macht man erstmal eine kleine Reise in die Vergangenheit. Zu Orten, die ich skizziert und seit Jahren nicht gesehen habe und Zeiten, wo ich noch viel weniger Portraits zeichnen konnte als jetzt ^^“ Die umweht aber angenehm die Nostalgie. Irgendwann habe ich es zur Seite gelegt und quasi gar keine Skizzen mehr gemacht. Mit jedem Jahr, das verstrich und ich nichts dort rein gezeichnet hatte, wurde ich immer reumütiger. Damit es nicht irgendwann zum „Sketch Note of Shame“ wird, muss ich es jetzt erlösen und vermehrt benutzen. 🙂 Allerdings ist es eigentlich etwas zu schwer für ein Skizzenbuch.

Da ist der Frauenkopf. Anfangs wusste ich nicht so wirklich wo das Motiv herkam, ich hab einfach angefangen zu zeichnen und ihr stolzer und irgendwie trotziger Blick und das wirre Haar gefallen mir. Ich überlege seitdem daraus ein Farbbild zu machen und es evtl. nochmal auf Kolorierpapier zu übertragen. Das gestaltet sich wahrscheinlich etwas kompliziert, da das Skizzenbuch gebunden ist. Einige Tage später fiel mir übrigens auf, dass meine Idee wohl nicht so ganz von ungefähr kam. Eins der Bloglovin-Logos für Verlinkungen erinnert etwas daran. Also Absicht war es nicht … . Evtl habt ihr das Bild schon in meinem Rückblick auf 2017 („Summary of Art 2017“) gesehen.

Wann hat sich das letzte Mal ein Motiv unbewusst in eure Bilder geschlichen? Welche Skizzenbücher benutzt ihr am liebsten? Was sind eure Vorsätze für 2018?

Zeichnung: Tulpen-Studie

Seufz … ich bin zur Zeit etwas Land-Unter und habe viel zutun. Das merke ich schon daran wie schwer ich hinterher komme hier und andernorts Kommentare zu beantworten. Aber es kommen auch mal wieder andere Tage und bis dahin gibt es einen Tulpengruß als Entschädigung 😉

2017 habe ich viele Pflanzenstudien gemacht. Ich kann auch manchmal einfach nicht anders, wenn mich so ein perfekter Strauß anlacht. Das Material ist kein großes Hexenwerk … einfaches Papier und ein 4B-Bleistift. Falls euch das Bild bekannt vorkommt, liegt es daran, dass man in der Summary of Art schon einen kleinen Blick darauf erhaschen konnte. 🙂 Das Bild hat übrigens indirekt etwas mit meinem Artikel für nächste Woche zutun …

Was sind die Motive bei denen ihr nicht anders könnt und unbedingt zum Bleistift greifen wollt? Wenn ich Blumen-Skizzen so anschaue, denke ich, dass es Zeit wird, dass der Frühling kommt.

Zeichnung: „Zeichnen für andere“ und wie man sich rantastet

In den vergangenen Wochen habe ich ja ein paar Mal über Auftragsarbeiten geschrieben. Über welche die erfolgreich waren (zum Beispiel das und das), über welche die aus ganz ungeahnten Gründen nichts geworden sind (aber trotzdem Spaß gemacht haben). Jetzt kommt wohl der Moment, wo ich mal über die Fälle reden muss, aus denen nichts geworden ist. Leider handelt es sich dabei um das aktuelle Projekt, von dem ich auch vor Kurzem berichtet habe. Meine Entwürfe und die Vorstellungen der Auftraggeber haben nicht zusammengepasst. Das ist sehr schade, aber das passiert eben. Auch wenn das keine erfolgreiche Fallstudie ist, möchte ich trotzdem mal darüber sprechen wie ich versuche mich an das ranzutasten, was gewünscht wird.

Am Anfang war das Gespräch

Meine „Auftraggeber“ waren zwei nebenberufliche Fotografen, die u.a. Hochzeits- und Reise-Fotografie machen. Sie suchten für ihren Blog ein allgemeines Blog-Logo und für die drei Kernthemen ihrer Arbeit jeweils ein „Themen“-Logo für entsprechende Seiten im Blog. Das klang erstmal sehr greifbar und ich hatte sofort Ideen, was man tun könnte. Wir haben uns kurz zusammengesetzt und ihren Blog und die Richtung in die es gehen soll besprochen. Über die Form oder den Stil konnten sie mir keine Aussage machen, haben mir aber einige Referenzen und Bilder geschickt wie es werden soll. Meine Haupteindrücke waren, dass es Vintage-angehaucht sein soll und dass Naturmotive gern gesehen sind. Zuhause wurden dann nochmal der Blog der Blog-Kollegen angeschaut und dann machte ich einige Skizzen.

Der Plan wäre diese Skizzen dann mit Fineliner oder Vektorgrafik (oder Fineliner und dann in Vektor konvertieren 🙂 ) das Ganze zu finalisieren. Eine erste wichtige Erkenntnis war: die Präsentation. Meine Auftraggeber nahmen die Skizzen nicht als Skizzen wahr und gaben mir mit auf den Weg, dass alles insgesamt weniger fein, weniger komplex und weniger „3D“ sein soll. Es würden Umrisse der Tannen, Berge etc ausreichen und insgesamt weniger Striche. Da habe ich durch die Referenzbilder, die ich geschickt bekam und die sehr Vintage aussahen also einen falschen Eindruck gewonnen. Die Logos sollten viel einfacher sein. In meinem Kopf waren sie das auch – nur dass ich sie eben als Skizzen/Zwischenschritt präsentiert habe. Normalerweise hätte ich sie mit Fineliner nachgezeichnet und sie wären dann auch weniger komplex gewesen.

Zweiter Versuch: Variationen und „fertigere“ Logos anbieten

Aus den Fehlern der Vergangenheit wollte ich lernen und haben kleine Logos angefertigt, die zwar noch nicht final sind, aber zumindest nicht mehr nach Skizze aussehen. Zwischendurch hatte ich von den Auftraggebern wieder Referenzbilder bekommen, die deutlich mehr in die Richtung Tattoo-Art gingen. Aber das Naturthema und mein Laternen-Entwurf sollten weiterhin die Motive bleiben. Also habe ich versucht mich dem anzunähern.

Während die Laterne gut gefiel und auch genommen worden wäre, schienen die anderen Motive nicht den Geschmack zu treffen. Warum das so ist, fällt mir schwer zu erahnen und die Auftraggeber konnten es auch nicht so ganz formulieren. Wenn etwas nicht gefällt und ich Geschmack oder Vorgaben nicht treffe, ist das nicht unbedingt schlimm. Sobald man mir aber nicht sagen kann, was ich falsch mache, beginnt es etwas frustrierend zu werden. Bei mir entstand der Eindruck, dass es nicht mein Stil und nicht meine Ideen sind, die gewollt sind, als ich wieder Instagram-Accounts von anderen Künstlern als Referenz geschickt bekam. Andere abzuzeichnen ist aber nicht fair und nicht dienlich, da waren wir uns einig und die Auftraggeber versicherten mir, dass sie das auch nicht wollen. Das ist fair und finde ich.

Schießen auf bewegliche Ziele

Also auf ein Neues. Man sieht dem Stil-Mix der Logos bereits an, dass ich inzwischen blind in verschiedene Richtungen losrannte. Der Grund warum immer wieder soviele Tannen dabei sind, ist, weil die Auftraggeber mir sehr viele Referenzbilder mit Tannen schickten. Das was meinen Stil und meine Ideen am meisten widerspiegelt ist wohl der Fuchs und die Tannen im Nebel. Alles andere ist irgendwie nicht „Ich“. In meinem Hinterkopf keimte der Gedanke, dass ich vielleicht nicht wegen meines Zeichenstils ausgewählt worden war. Gleichzeitig war ich irre stolz auf den Fuchs, weil ich den für eines der gelungensten Entwürfchen hielt, aber schon befürchtete, dass es nicht mit dem Geschmack der Auftraggeber zu vereinen war. Als ich ihnen die neusten Entwürfe schickte, bat ich darum sich mit mir nochmal zusammenzusetzen und mich live-zeichnen zu lassen, damit ich ihre Reaktionen mitbekomme und direktes Feedback erhalte oder … das wir es bleiben lassen. Warum ich das angestoßen habe? Es ist nicht so, dass ich aufgeben wollte. Aber ich habe so entschieden, weil ich nicht das Gefühl hatte, dass wir uns dem Ziel nähern und es mir wie Schießen auf bewegliche Ziele vorkam.

Zu den Logos habe ich kein Feedback bekommen, aber die Auftraggeber haben mir zugestimmt, dass wir es bleiben lassen. Sie gaben an, dass es nicht an mir liegt, aber ein bisschen traurig bin ich schon.

Herrenlose Logos und ein Teil-Happy-End

Im Laufe des Prozesses sind 30 Logos entstanden. Einige davon kann ich hier nicht zeigen, weil sie die Namen der Auftraggeber beinhalten. Nun habe ich hier diese 30 herrenlosen Logos rumliegen. Spaß gemacht hat es trotzdem und zumindest für den Fuchs habe ich ein Zuhause gefunden: ich erkläre ihn zu meinem neuen Blog-Logo, das in den nächsten Wochen eingearbeitet werden wird. 🙂

Noch eine kleine Erklärung kurz vor dem Ende meines Berichts: der Artikel ist nicht als Schimpfen auf Auftraggeber gedacht (die Beiden hier sind außerdem zwei sehr liebe Leutchen), sondern als Bericht über die Herangehensweise in der Hoffnung, dass andere Hobby-Zeichner (und auch ich in Zukunft!?) daraus Erfahrungen schöpfen und Rückschlüsse ziehen können. Denn gerade bei kreativen Leistungen ist das was gewünscht ist manchmal unendlich schwer greifbar.

Hattet ihr schon Mal ähnliche Erlebnisse? Und wie geht ihr mit solchen Misserfolgen um? Einer der Gründe, warum ich das nicht hauptberuflich mache, ist dass ich immer sehr viel Herzblut in meine Arbeiten stecke und viele Emotionen mit ihnen verbinde. Früher habe ich Ablehnung meiner Werke daher immer mit Ablehnung meiner Person gleichgesetzt, was denke ich einfach falsch ist. Da bin ich schon besser geworden, aber es ist nicht einfach. Ich denke aber die „Anamnese“ und das sich rantasten ist nicht verkehrt, auch das Anbieten verschiedener Variationen. Nach dem Erlebnis stehe ich dem Schicken von Referenz-Bildern aber sehr zwiespältig gegenüber.

Preview: Ja, wen haben wir denn da?

Ob ich euch überhaupt demnächst Früchte der derzeitigen Auftragsarbeit zeigen kann oder wann das passiert, steht noch in den Sternen. Aber meinen derzeitigen Liebling zeige ich einfach schon mal. 🙂 Ich kann nicht anders. Fertig ist er eigentlich noch nicht, aber ich liebe den kleinen Kerl heiß und innig.

Header image photo credit: Dmitry Ratushny

Wer meinem anderen Blog oder mir bei Instagram folgt, weiß wahrscheinlich schon, dass ich eine Fuchs-Fanatikerin bin. 😀 Wer weiß … vielleicht gefällt er den Auftraggebern ja ähnlich gut. Und wenn nicht … dann bleibt er meiner 😉 Gleichzeitig fällt mir auch auf, dass es mit Abstand das aktuellste, gezeichnete ist, was man derzeit im Blog findet. Hmmm, das gibt mir zu denken, das sollte ich ändern.

WIP Album-Cover-Design für SPUN „All Inside“

Letzte Woche habe ich euch vom Freud und Leid der Auftragsarbeiten erzählt am Beispiel einer Arbeit, die mir Spaß gemacht hat, die aber nicht zum Einsatz kam. Dieses Mal soll es um eine Arbeit gehen, die sogar gedruckt wurde, yesssss. Im Oktober und November 2012 habe ich mich neben Uni und dem normalen Alltag an die Gestaltung des Digipacks (Album) der Dresdner Band SPUN mit dem Titel „All Inside“ gewagt. Ein Abenteuer auf das ich euch heute mitnehme – wenn auch im Rückblick. 😀

Die Arbeit an dem Cover bzw. dem ganzen Booklet war in diesem Fall ziemlich geradlinig – die Auftraggeber hatten eine klare Vorstellung wie das Endergebnis aussehen soll. Sogar so klar, dass sie eine Skizze und Erklärung für mich hatten und ich konnte mich mit der Idee sofort identifizieren und habe verstanden, worum es geht. Natürlich bleibt aber auch immer die Frage im Raum stehen, ob Stil und Umsetzung gefällt. Spoiler: es hat gefallen. Aber was wäre das Leben ohne ein bisschen Nervenkitzel 😉 Ich bekam von SPUN eine Skizze für das Cover und habe auch einen eigenen Entwurf beigesteuert – letzterer ist dann die Tracklist bzw. Rückseite des Digipaks geworden, was mich nochmal etwas stolzer gemacht hat. 🙂

Cover

Der Grundgedanken ist, dass jeder Song durch ein Motiv dargestellt wird. In einer Skizze, die ich vorgelegt habe (die man später noch in einer animierten Gif kurz sieht) war das so vorgesehen, dass alle Motive dabei ineinander übergehen bzw. zusammenspielen. Meine eigene provisorisch angefertigte Vorzeichnung/Interpretation habe ich am Leuchttisch nochmal auf besseres Papier übertragen und eine ausgebesserte, saubere Vorzeichnung angefertigt. Das wirkt zwar unnötig, aber ich kann sagen, dass ich im Laufe der Zeit den Leuchttisch angefangen habe zu lieben und er ist unverzichtbar um aus einer rohen Skizze was sauberes zu machen. Meiner ist gekauft, aber wenn man handwerkliches Geschick hat, kann man sicherlich selber einen bauen.

Anschließend nochmal alles neu mit Tusche und Feder nachziehen – an der Stelle stöhnen immer alle entnervt auf und rufen „Du zeichnest das noch ein drittes Mal???“ Ja. XD Das gehört dazu. Denn ich hatte einen Plan …

…das Ganze habe ich gemacht, um anschließend mit Copic Markern zu kolorieren. Die funktionieren generell besser, wenn man das richtige Papier benutzt und mit einem wasser- und alkoholunlöslichen Medium die Linien nachzieht. Der Auftrag war zwar von Anfang an als schwarz-weiß angelegt aber ich wollte mir die Option offen lassen was mit Copic-Markern zu probieren. Ein kleines Experiment sozusagen. Leider sah das alles etwas zu verwaschen aus und war zu schwierig in der späteren digitalen Weiterverarbeitung. Also habe ich die Outlines bzw. Lineart benutzt und am PC nochmal digital koloriert. Die einzelnen Schritte zum finalen Layout zeigt diese kleine Gif-Animation (beginnend bei Skizze, Vorzeichnung, Outlines und die einzelnen Schritte der digitalen Kolorierung). Im Nachhinein war es also eine gute Entscheidung alle Schritte zwischendurch einzuscannen und digial aufheben zu können.

Man sieht das gegen Ende das eine oder andere verändert wurde … wenn man alle Zwischenschritte dazu zählt, habe ich eine ganze Menge Cover-Versionen hier rumliegen. Daraus könnte man eine schöne große Fototapete machen. 😉

Rückseite/Trackliste

Den Gedanken der Band jedem Song ein Motiv zuzuordnen habe ich zuerst etwas anders umgesetzt. Was nun die Rückseite und die Trackliste ziert, war also ursprünglich mein erster Coverentwurf. Hier habe ich jedes Motiv einzeln gezeichnet und dabei die Figur einem Kugelumriss angenähert. Die Zwischenschritte waren etwas unkomplizierter, weil ich von Anfang an digital kolorieren wollte. Und das auch nur minimal, denn viel Platz für tolle Verläufe und Übergänge gab’s einfach nicht. (Wenn man mal bedenkt, dass das gesamte Bild etwa 12x12cm groß sein wird.)

Und der Rest?

Bleibt geheim. Wer das Innenleben der CD sehen und hören will, sollte sich schleunigst mit SPUN in Verbindung setzen. Mehr Informationen zur Band (und Hörproben!) gibt es unter: diesem Link

Insgesamt hat es mich 1. gefreut für eine Band ein Digipack zu gestalten, deren Musik ich mag. Das passt schon mal super. 😀 Dann war es auch schön zu sehen, dass jemand eine Vorstellung hat wie das ganze aussehen soll. Die Idee mit „ein Motiv pro Song“ finde ich super. Ziemlich runde Sache, dass das Album dann auch noch „All Inside“ heißt. Ein bisschen Zittern und Bangen schwingt natürlich auch mit: trifft man den Geschmack der ganzen Gruppe? Für eine Band ist ein Album ein wichtiger Meilenstein. Eben so wie für mich gedruckt zu werden beispielsweise, also wenn etwas, dass ich gemacht habe, wirklich das Licht der Welt erblickt.

Header image photo credit: Amaury Salas

Es ist ziemlich lange her, aber ich denke gern an die Zeit und das designen zurück – es hat irre viel Spaß gemacht und war definitiv eine der am besten funktionierenden Zusammenarbeiten im Laufe der Zeit. Ein bisschen Schmerzen hat es auch gekostet. Kann mich noch gut an den Kampf erinnern das ganze Equipment rund um Tablets und Leuchttische in meiner kleinen Studentenwohnung aufzubauen und mich irgendwo hinzuquetschen und zu zeichnen. Belohnt wurde das u.a. mit einem einseitig steifen Nacken. ^^“ Kaum zu glauben, dass es schon fünf Jahre her ist. Manches würde ich heute vielleicht anders machen, aber das Cover gefällt mir immer noch sehr gut. 😀

Zeichnung: Benedict Cumberbatch Portrait

Zur Zeit schaue ich hin und wieder in das Buch ‚Die Kunst des Zeichnens 15 MINUTEN Gesichter‘ aus dem TOPP-Verlag. Bis ich euch hier erzählen kann wie hilfreich (oder auch nicht?) das Buch dabei Portraits zeichnen zu lernen ist, muss ich noch eine ganze Menge ausprobieren und lesen. Viel ist noch nicht passiert. An meine Bemühungen musste ich denken als ich das Gespräch aufschnappte, von dem ich im letzten Beitrag berichtete und was mich an mich selber erinnerte als ich als Teenager dachte ‚irgendwas mit Kunst arbeiten zu wollen‘. Denn diejenige, die dort beschloss Kunst zu ihrem Lebensmittelpunkt zu machen, zeichnet Portraits. Ihre Geschichte und meine Bestrebungen Portraits zeichnen lernen zu wollen, haben nichts miteinander zutun. Aber witzig ist der Zufall schon, oder sagen wir mal: er macht hellhörig. Nach dem Schreiben des Artikels fiel mir aber ein, dass ich vor vielen Jahren schon Mal angefangen habe Portraits zu zeichnen und sogar auf meinem Filmblog(!) darüber gebloggt habe. Ich kann heute kaum nachvollziehen, warum ich nicht hier darüber gebloggt habe, wahrscheinlich dachte ich, dass es besser zum anderen Blog passt, weil das Motiv vorrangig Schauspieler waren, in dem Fall Benedict Cumberbatch.

Warum Portraits?

Als Kind und Teenager habe ich mich oft daran versucht Portraits zu zeichnen, weil ich den Gedanken so toll fand, dass man die Personen richtig realistisch zeichnen kann. Ein menschliches Gesicht mit seiner Plastizität und solchen herrlichen seltsamen Organen wie einer Nase ist nicht gerade einfach zu zeichnen. Die Augen hingegen bilden zusammen mit dem Blick und der Atmosphäre ein schwer einzufangendes Gefühl. Gelungen ist es mir als Kind eher selten 😉 als wir in der Schule das Thema behandelten, klappte es plötzlich besser. Ich erinnere mich noch, dass ich ziemlich gut bei Portraits von der Seite war. Aber nachdem ich lange Manga gezeichnet hatte, wurde das Thema wieder weniger meins und ich kam nicht ganz so gut klar. Wenn jemand meine Versuche ansah, dann sagten sie meist „Sieht ein bisschen nach Manga aus.“ und ich verstand gar nicht warum. Ich war biased. Also geprägt auf Manga und habe die Unterschiede nicht mehr gesehen. Das hat mich so gestört, dass ich es lange nicht versucht habe.

Aber der Gedanke Menschen haargenau und realistisch abbilden zu können gefiel mir immer noch. Das war sozusagen für mich der ‚Endgegner‘ unter den Zielen was das Zeichnen betrifft. Ich finde es immer noch sehr schwierig. Das ist auch der Grund, warum ich mir das Buch gekauft habe. Es war wie ein Wink des Schicksals mit dem viel zitierten Zaunspfahl, denn das Buch lag auf der Leipziger Buchmesse rum, kurz nachdem ich sinnsuchend überlegt habe wie ich am besten an das Menschen zeichnen rangehen will. Früher habe ich einfach Fotos abgezeichnet um zu üben, aber irgendwas fehlte immer und ich fand keine Antworten darauf was nicht passt an dem Bild. Der Abstand zum Manga hat mir scheinbar gut getan. 2013 habe ich diesen Benedict Cumberbatch gezeichnet und finde ihn eigentlich ganz gelungen. Nur auch er sieht etwas künstlich aus und ich bin mir noch unschlüssig, was ich anders machen muss. Vielleicht hilft mir das Buch dabei das zu ergründen.

Zeichnet ihr gern Portraits? Und wenn ja, was sind meistens eure ‚Models‘? Wie habt ihr es gelernt? Empfindet ihr das menschliche Gesicht auch als so irre kompliziert zu zeichnen?

WIP: Der raue Berg

Da ich ja nun letzte Woche groß angekündigt habe, dass ich wieder da bin, sollte ich wohl auch mit dem Bild starten, dass meine „Rückkehr zum Zeichnen“ darstellte? Irgendwas habe ich meistens gezeichnet, aber vielleicht nicht so stringent wie ich mir das gewünscht hätte. Aber Herbst 2016 habe ich angefangen wieder sehr regelmäßig zu zeichnen – vielleicht markiert das Datum ja doch den Beginn? Ich kann mich da gar nicht festlegen. 🙂 Irgendwie hat mich plötzlich die irrsinnige Lust gepackt Naturgewalten aufs Papier zu bringen.

WIP: Fels in Papier gehauen

Natürlich kann man Fels viel krasser darstellen oder auch viel realistischer. Aber ich mag irgendwie solche leichten, gleichmäßigen Texturen. Textur hat mich immer irgendwie mehr ‚abgeholt‘ als das lange Wischen und Abstufen von Grauschattierungen. Dieser raue Charme von Textur hat irgendwie was. Und wenn ich mich umschaue, zerteile ich meine Umgebung viel öfter in ihre krassen Texturen als zarte Übergänge. Deswegen wollte ich auch das Bild bzw. den Vulkan in so eine Textur zerlegen.

Allerdings ist es nicht nur meinem Kopf entsprungen. Das Foto eines Vulkans stand Pate, was ich etwas abgeändert habe. Über die Fugen des Vulkans kann man sich streiten, aber die Wolken sehen schließlich (bewusst) nicht sehr realistisch aus 😉 Leider habe ich das Foto gerade nicht zur Hand. Das soll mir aber mal als Experiment dienen, ob man mit der Zeichnung vielleicht sogar das Original in der Google-Bildersuche findet. Ergebnis: nein. Aber interessant: Google erkennt das Bild als Zeichnung und Lineart und bietet mir irre viel Bilder von random Zeichnungen an. Hm.

Ein „rauer Berg“

Und hier das fertige Bild …

Da ist sie wieder … die Frage, die so alt ist wie Kunstblogs: Wasserzeichen ja oder nein?

Neben der Erkenntnis, dass ich noch daran feilen muss nachts WIP-Fotos von Zeichnungen zu machen, ergreift mich doch wieder ein bisschen die Angst Wasserzeichen setzen zu müssen. Der Grund dafür ist, dass Bilder so schnell auf tumblr oder in irgendwelchen Netzen geteilt oder auf anderen Webseiten hochgeladen werden können, dass das Urheberrecht im Internet manchmal nur ein schaler, leerer Begriff bleibt.

Viele Leute pfeifen total darauf und das kann einen ziemlich verärgern. Deswegen setzen viele irgendwie mehr oder weniger deutlich ein Wasserzeichen. D.h. einen Link oder ein Logo, dass das Bild unkenntlich macht, eingeschränkt sichtbar oder auch einfach nur auf den Urheber hinweist. Auch meine Bilder wurden schon plagiiert (sogar bei einem Wettbewerb eingereicht) und von irgendwem gezogen und wo anders hochgeladen. Sowas macht mich entweder extrem traurig oder sehr wütend. Aber wenn ich dann mehr oder weniger gut sichtbare Wasserzeichen setze, frage ich mich immer: ist das nicht eh nutzlos? Mit guten Bildbearbeitungs-Kenntnissen kriegt man das eh alles weg, wenn man sich viel Mühe gibt. Und am Ende stören die Wasserzeichen nur die Besucher der Webseite. Deshalb seid ihr Leser gefragt …

Was ist eure Meinung zu Wasserzeichen? Nervt es euch? Haltet ihr es für überflüssig? Oder stört es euch nicht? Was sind eure Lieblingstechniken?

Header image photo credit: Amaury Salas