Gedanken: Fundstücke IV

Unter den Fundstücken, die ich euch zuletzt gezeigt habe, waren Wettbewerbsbeiträge. D.h. Bilder und kurze Manga, die ich für Wettbewerbe gezeichnet habe. Und davon habe ich noch (erschreckend) viel mehr in petto. 🙂 An wievielen Wettbewerben habe ich früher eigentlich teilgenommen? Ich kann mich nicht mehr erinnern. Aber es hängen trotzdem viele Erinnerungen dran. Und Gefühle, denn zumindest bei einem Wettbewerb, war es ein Auf und Ab. Plagiat inklusive.

Inception „The Big Under“

The Big Under hätte was richtig geiles werden können. Es war ein 2010 auf DeviantArt geschalteter Wettbewerb, der sich der Vorgeschichte zu Inception widmete. Verschiedene Zeichner sollten jeweils eine Seite liefern, die dann zu einer kleinen Graphic Novel zusammengestellt werden sollte. Die Teilnehmer mussten sich jeweils für eine Seite eintragen und bekamen das Skript. Unter den besten Einsendungen sollte entschieden werden. Außerdem konnten beliebig viele einen Entwurf für das Cover schicken. Ich weiß noch heute, dass ich mich sowohl am Cover als auch an Seite 21 versuchte. Obwohl ich es nicht gewöhnt war bunt Comic-Seiten zu illustrieren, war es ziemlich spannend und cool. Das Projekt alleine war eine tolle Idee und die Konkurrenz war bunt gemischt. Das Konzept zum Schluss so ähnliche Stile zu haben, die sich trotzdem zu einem Großen und Ganzen zusammenfinden, wäre aufgegangen. Zumindest empfand ich das beim Durchblättern der anderen Wettbewerbsbeiträge so. Aber leider sahen das wohl die Auftraggeber nicht so. Plötzlich kamen sie mit der Info um die Ecke, dass Teilnehmer außerhalb der USA leider ausgeschlossen werden müssen 🙁 Und dann wurde zum Schluss der ganze Wettbewerb abgesagt. Die Recherche zeigte später, dass man sich für einen professionellen Zeichner entschieden hat, der letztendlich alles umsetzte. Schade.

Das ist aber noch nicht alles … ich wurde das erste Mal in meinem Leben plagiiert. Eine Teilnehmerin oder ein Teilnehmer entschied sich auch Seite 21 zu zeichnen und ließ sich ein klitzekleines bisschen von meinem bereits eingesendeten Beitrag inspirieren. Alle Einsendungen waren semi-öffentlich bzw. für angemeldete Benutzer sichtbar. Fluch und Segen. Immerhin konnte man sich so etwas an den anderen orientieren. Die Mehrheit entschied sich beispielsweise einen Nebencharakter blond erscheinen zu lassen. Aber eben auch Fluch. Der/die Andere stellte sich etwas stümperhaft an und nahm einfach meine Seite und zeichnete mit einem Grafiktablett über die Seite. Sodass Panelaufteilung und die dargestellten Szenen 1:1 gleich aussahen. Es fehlte ein bisschen am Skill und so sah es wie die Kinderversion meiner Seite aus. Bei einem Panel bekam er/sie es gar nicht hin und ließ gleich mal meine Version einfach unverändert drin stehen. Übrigens finde ich meine Seite heute auch alles andere als perfekt. Aber so billig imitiert zu werden, hat mich tatsächlich ziemlich wütend gemacht – zumindest damals. Heute denke ich, dass es vielleicht ein Kind oder junger Teenager war und sich nicht so richtig bewusst, was es da macht.

„MIDAS“

2011 nahm ich das erste und das letzte Mal am Wettbewerb „Manga Magie“ teil. Leider war es das letzte Jahr in dem der Wettbewerb veranstaltet wurde, was ich erst 2012 erfuhr. Das ist sehr schade, dass es war ein ziemlich cooler Wettbewerb, der gut organisiert wurde. Mein Beitrag war ein Kurzmanga, der von einem Jungen handelte, der sich wünscht ein bisschen mehr Kohle zu haben und nicht so aufs Geld schauen zu müssen. Und prompt wird alles was er berührt zu Gold. Fluch und Segen treffen hier zumindest meinen Hauptcharakter. 🙂 Leider habe ich nicht gewonnen, aber den Beitrag finde ich immer noch cool und denke es ist einer derer, die mir am besten gelungen sind. Vermutlich werde ich euch den demnächst mal zeigen 😉

Header image photo credit: Dewang Gupta

Habt ihr an einem der Wettbewerbe zufällig auch mal teilgenommen? Oder generell an solchen Wettbewerben? Als mir die neulich beim aufräumen und umziehen in die Hände fielen, kamen damit viele Erinnerungen hoch und v.A. MIDAS schaue ich mir gerne an. Das Pacing der Handlung ist zwar nicht besonders gut, aber trotzdem merke ich hier ganz deutlich, dass an dem Spruch „Dabei sein ist alles“ etwas dran ist. Ich schaue mit Stolz auf diese ganzen Wettbewerbsbeiträge zurück, wobei „The Big Under“ tatsächlich ein herbes Erlebnis war.