Comic-Story-Cube-Challenge #1

Als ich neulich dem Blog hier einen neuen Anstrich verpasste, fiel mir auf wie lange ich schon keinen Manga mehr gezeichnet habe. Also wirklich mit Sprechblasen und so. Ich verrate die Jahreszahl nicht, ihr könnt euch das selber zusammenreimen. Manchmal würde man ja gern, aber das real life lässt das nicht so zu. Dann unterbreitete mir Sandra bei einem unserer zahlreichen Corona-Spaziergänge-mit-Abstand ein Angebot, das ich nicht ablehnen konnte …

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MIDAS: Easter Eggs und Einflüsse

Jetzt wo MIDAS seit ein paar Wochen online ist, wird es auch mal Zeit ein bisschen über die Entstehungsgeschichte zu quatschen 🙂 Denn wie so oft bei Manga bei deren Entstehungsprozess ich viel Spaß hatte, hatte das auch so seine Gründe. 🙂 Ein Randdetail wisst ihr ja schon: ich nahm mit MIDAS 2011 am „Manga Magie Wettbewerb“ teil und habe keinen Blumentopf gewonnen, was aber nicht schlimm ist. War. Ist.

The road to MIDAS

Bei dem Wettbewerb gab es kein vorgeschriebenes Thema, lediglich eine vorgegebene Seitenzahl. Und um ehrlich zu sein, weiß ich auch nicht mehr 100%ig genau wie ich ausgerechnet auf das Midas-Thema kam. Klar: den meisten von euch ist es nicht verborgen geblieben, dass der Manga an die Sage des griechischen König Midas angelehnt ist, der sich wünscht, dass alles was er berühre zu Gold wird. Und der kurz darauf an der Gabe fast verzweifelt. Gute Lehre. 🙂 Warum ich mir ausgerechnet dieses Thema als gedankliche Vorlage nahm, weiß ich nicht mehr. Allerdings war es nicht lange geplant, sondern muss ein Geistesblitz gewesen sein – ansonsten wüsste ich das genauer.

Woran ich mich aber noch gut erinnern kann ist wie ich überhaupt auf die Geschichte von König Midas aufmerksam wurde. Das habe ich einem Disney-Cartoon zu verdanken. Als Teil der Silly Symphony-Reihe erschien damals ein Kurzfilm mit einem König Midas in einem mittelalterlichen Setting mit einer markanten Szene, die mir lange im Kopf blieb. Darin realisiert Midas, dass er verhungern wird, weil ja auch alles was er berührt zu Gold wird und sieht im Spiegel statt seiner selbst ein goldenes Skelett. Vielleicht fand ich das auch so erschreckend 😉 Ich war damals auf jeden Fall ein Kind. Auch heute noch finde ich die Metapher aber großartig. Die Recherche hat gezeigt, dass es sich bei dem Cartoon um The Golden Touch handelte und der erschien 1935, wurde aber tatsächlich noch in den 90ern gezeigt als die kleine Stefanie sich das zu Gemüte führte. Not bad – für 1935 ist das ein beachtlicher Film. Allerdings wirkte er in meiner Erinnerung doch etwas frischer.

„King Midas and the Golden Touch Allusions 2012“, via Shae Comiskey (Youtube)

Vielleicht kam ich auf das Midas-Thema aber auch, weil ich eine (nicht ganz) arme, aber glückliche Studentin war. 🙂 Meine Eltern haben mich ein wenig unterstützt um über die Runden zu kommen, Bafög gab nicht viel her und ich bin zusätzlich viel nebenbei arbeiten gegangen. Aber es war ok. Ich musste nicht am Hungertuch nagen und naja sagen wir mal so: ich habe Erfahrungen gesammelt … . Vermutlich blieb mir dank meines frühen Erlebnisses mit „The Golden Touch“ so ein Gedanke erspart:

Zweimal hinschauen

An der Stelle wollte ich euch übrigens fragen, ob euch nicht etwas bestimmtes aufgefallen ist, wenn ihr den Manga lest? Aber ihr seid schon sehr aufmerksame Leser, der lieben Kathrin ist hier beispielsweise mein versteckter Hinweis auf einen großen Mobiltelefonhersteller aufgefallen 😉 Gut aufgepasst! Aber einen gibt’s noch. Insbesondere, wenn ihr die Hintergründe beobachtet, lauert da irgendwo ein Hinweis auf das, was ich damals fleißig studiert habe (Informatik). Mal schauen, ob ihr es findet 😉 Nächste Woche wird das Rätsel gelüftet. Wer jetzt neugierig geworden ist, kann ja nochmal reinschauen …

Hier gehts zu MIDAS (ab Cover bzw Seite 1)

An der Stelle auch nochmal vielen Dank für euer Feedback der letzten Wochen! Ich bin immer noch langsam im Kommentare beantworten, aber es wird nach und nach wieder. 🙂

MIDAS: Seiten 4-7 online!

Hach, das war es schon wieder! Heute geht die letzte Hälfte von MIDAS online und ihr könnt lesen wie es für unseren Helden ausging, der sich wünschte alles was er berührt, würde zu Gold werden. 🙂 Ich habe ein bisschen Nostalgie, dass es „schon wieder vorbei“ ist. Liegt wohl daran, dass ich es immer nicht verschmerzen kann wie lange man an den Seiten zeichnet verglichen damit wie schnell sie gelesen sind. 😉 Obwohl der Kurzmanga ja aus 2011 ist und durch die Vorgaben eines Wettbewerbs auf die Kürze begrenzt. In jedem Fall hoffe ich, dass ihr Freude mit MIDAS habt/hattet. Wer das letzte Mal mitgelesen, kann hier bei Seite 4 direkt einsteigen, wer noch gar nicht gelesen hat, kommt hier zu Seite 1. Immer gern raus damit: Wie hat es euch gefallen? Was habt ihr erwartet/nicht erwartet? Was hätte man besser machen können? Und welche ist eure Lieblingsstelle? Eine Übersicht aller Seiten findet ihr übrigens im Archiv.

MIDAS: Seiten 1-3 + Cover online!

Wie letzte Woche bereits angekündigt, gibt es ab jetzt MIDAS auf dem Blog zu lesen. 🙂 Ich habe mich dafür entschieden den Sieben-Seiten-Manga in zwei Runden zu veröffentlichen. Heute gibt es dementsprechend das Cover und die Seiten eins bis drei zu lesen.

Das ist ja richtig aufregend 😀 MIDAS mag „alt“ sein, aber ich habe schon eine Weile hier nichts mehr veröffentlich außer sporadisch die Center Tales. Ihr könnt hier direkt zum Cover springen und von dort aus in der quasi natürlichen Reihenfolge lesen oder aber wie immer auf die aktuellste Seite über Manga lesen zugreifen. Ich hoffe, dass euch MIDAS gefällt. 🙂 Die entsprechende Projektseite ist inzwischen auch aktualisiert.

Feedback ist sehr willkommen. 🙂 Wie gefällt euch MIDAS? Kennt ihr die Geschichte an die der Kurzmanga angelehnt ist?

Gedanken: Fundstücke IV

Unter den Fundstücken, die ich euch zuletzt gezeigt habe, waren Wettbewerbsbeiträge. D.h. Bilder und kurze Manga, die ich für Wettbewerbe gezeichnet habe. Und davon habe ich noch (erschreckend) viel mehr in petto. 🙂 An wievielen Wettbewerben habe ich früher eigentlich teilgenommen? Ich kann mich nicht mehr erinnern. Aber es hängen trotzdem viele Erinnerungen dran. Und Gefühle, denn zumindest bei einem Wettbewerb, war es ein Auf und Ab. Plagiat inklusive.

Inception „The Big Under“

The Big Under hätte was richtig geiles werden können. Es war ein 2010 auf DeviantArt geschalteter Wettbewerb, der sich der Vorgeschichte zu Inception widmete. Verschiedene Zeichner sollten jeweils eine Seite liefern, die dann zu einer kleinen Graphic Novel zusammengestellt werden sollte. Die Teilnehmer mussten sich jeweils für eine Seite eintragen und bekamen das Skript. Unter den besten Einsendungen sollte entschieden werden. Außerdem konnten beliebig viele einen Entwurf für das Cover schicken. Ich weiß noch heute, dass ich mich sowohl am Cover als auch an Seite 21 versuchte. Obwohl ich es nicht gewöhnt war bunt Comic-Seiten zu illustrieren, war es ziemlich spannend und cool. Das Projekt alleine war eine tolle Idee und die Konkurrenz war bunt gemischt. Das Konzept zum Schluss so ähnliche Stile zu haben, die sich trotzdem zu einem Großen und Ganzen zusammenfinden, wäre aufgegangen. Zumindest empfand ich das beim Durchblättern der anderen Wettbewerbsbeiträge so. Aber leider sahen das wohl die Auftraggeber nicht so. Plötzlich kamen sie mit der Info um die Ecke, dass Teilnehmer außerhalb der USA leider ausgeschlossen werden müssen 🙁 Und dann wurde zum Schluss der ganze Wettbewerb abgesagt. Die Recherche zeigte später, dass man sich für einen professionellen Zeichner entschieden hat, der letztendlich alles umsetzte. Schade.

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Gedanken: Fundstücke III

Letzte Woche war es hier etwas still, da wir umgezogen sind 🙂 Eigentlich war das umziehen unseres Internetanschlusses angemeldet, der Techniker zur Freischaltung auch da – nur leider gab es ein technisches Problem und da saßen wir nun plötzlich auf dem trockenen. Wenn ihr diese Zeilen hier lest, dann warten wir wohl immer noch auf die Freischaltung des Anschlusses. Drückt mir die Daumen, dass es bald klappt :'( Solche geht es noch weiter mit den Fundstücken, auch wenn das meine Beiträge zur Zeit vielleicht etwas eintönig für euch gestaltet. Zur Erinnerung: die Fundstücke sind einige ausgewählte Snippets von Gezeichnetem, das mir während der Umzugsvorbereitungen in die Hände gefallen ist. Dieses Mal dreht es sich alles um Wettbewerbsbeiträge.

Manga-Wettbewerbe …

Von meiner Schulzeit bis fast zum Ende meiner Studienzeit habe ich pro Jahr mindestens an zwei bis vier Manga-Wettbewerben teilgenommen. Das war ziemlicher Aufwand, weil man selten etwas ganz „freies“ machen konnte, sondern sich meistens etwas zu irgendeinem Thema einfallen lassen musste. Manchmal nur ein Bild, manchmal einen ganzen Kurz-Manga. Warum das ganze? Weil es vor Jahren noch ein gutes Sprungbrett war, um in der Szene auf sich aufmerksam zu machen. Verlage sahen es gern, wenn man so etwas vorzuweisen hat. Es war in der frühen Phase des Germanga (deutsche Manga) sogar Gang und Gäbe, dass die Gewinner großer Zeichenwettbewerbe später ein Manga-Projekt bei einem Verlag platzieren konnten. So beispielsweise Christina Plaka oder Robert Labs. Ganz so weit kam es bei mir nicht, aber es entstanden einige auf die ich ganz stolz bin. Das hier ist allerdings ein Exemplar, bei dem ich zwar zeichnerisch noch heute sehr sehr zufrieden bin, dass mich aber von der Handlung her als Juror auch nicht hinter dem Ofen hervorgelockt hätte. Es ging um eine deutsch-japanische Liebe, die tödliche Konsequenzen hat. ^^‘ Naja. Lassen wir die Bilder auf uns wirken.

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Gedanken: Fundstücke II

Wie auch schon in der vergangenen Woche, teile ich mit euch heute einige Fundstücke, die mir während des Umzugs in die Finger gekommen sind. Der gemeinsame Nenner ist heute, dass es alle Character Sheets sind. Also Übersichten, die man sich erstellt, wenn man einen Charakter gestaltet. Meistens enthalten die Sheets eine Übersicht der gängigen Merkmale, Kostüme und Gesichtsausdrücke. Ob sich jeder Hobby-Zeichner so etwas anfertigt? Ich zweifle ja so ein bisschen daran. Zumindest so eine saubere Übersicht finde ich gar nicht so realistisch. Ich hatte für meine Charaktere meistens eher mehrere Blätter an Skizzen. Ist es nicht viel mehr so, dass es wichtig ist, wenn man kooperiert? D.h. in professionellen Zeichner-Assistenten-Arbeitsverhältnissen und dort wo Animation gemacht wird? Wie dem auch sei … ein paar Mal habe auch ich das mit den Character Sheets durchgezogen 🙂

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Gedanken: Fundstücke I

Wer mir auf anderen Plattformen folgt, hat es wahrscheinlich schon mitbekommen: ich ziehe um. Und wenn man einen Haushalt von zu lange aufgehobenen Klamotten und Papierkram befreit und anderes sanft in Kisten bettet, findet man so einiges. Ich mache aus der Not eine Tugend und teile das eine oder andere mit euch 😉 Denn ich mache euch nichts vor: zur Zeit komme ich nicht wirklich dazu den Bleistift zu schwingen. Leider. Aber was ich so gefunden habe, bringt einige schöne Erinnerungen mit sich. 🙂

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Center Tales: Episode III

Irgendwann 2015 kamen eine liebe Kollegin/Freundin und ich auf die Idee, dass man doch Szenen unseres Arbeitslebens wunderbar in Comicstrips gießen könnte. Oder eben in Ein-Seiten-Manga. So entstand die Idee für die Center Tales. Diesmal erfahren wir etwas über Rollen und deren Trennung. 😉 Und: Psychologie. BTW: PM = Projektmanager.

Und was für glänzende Beispiele für Psychologie erlebt ihr an eurem Arbeitsplatz? 😉 Übrigens war das schon die bis jetzt letzte Ausgabe der Center Tales. Ich sollte mal dringend für neuen Stoff sorgen. ^^‘

Zeichnung: „Zeichnen für andere“ und wie man sich rantastet

In den vergangenen Wochen habe ich ja ein paar Mal über Auftragsarbeiten geschrieben. Über welche die erfolgreich waren (zum Beispiel das und das), über welche die aus ganz ungeahnten Gründen nichts geworden sind (aber trotzdem Spaß gemacht haben). Jetzt kommt wohl der Moment, wo ich mal über die Fälle reden muss, aus denen nichts geworden ist. Leider handelt es sich dabei um das aktuelle Projekt, von dem ich auch vor Kurzem berichtet habe. Meine Entwürfe und die Vorstellungen der Auftraggeber haben nicht zusammengepasst. Das ist sehr schade, aber das passiert eben. Auch wenn das keine erfolgreiche Fallstudie ist, möchte ich trotzdem mal darüber sprechen wie ich versuche mich an das ranzutasten, was gewünscht wird.

Am Anfang war das Gespräch

Meine „Auftraggeber“ waren zwei nebenberufliche Fotografen, die u.a. Hochzeits- und Reise-Fotografie machen. Sie suchten für ihren Blog ein allgemeines Blog-Logo und für die drei Kernthemen ihrer Arbeit jeweils ein „Themen“-Logo für entsprechende Seiten im Blog. Das klang erstmal sehr greifbar und ich hatte sofort Ideen, was man tun könnte. Wir haben uns kurz zusammengesetzt und ihren Blog und die Richtung in die es gehen soll besprochen. Über die Form oder den Stil konnten sie mir keine Aussage machen, haben mir aber einige Referenzen und Bilder geschickt wie es werden soll. Meine Haupteindrücke waren, dass es Vintage-angehaucht sein soll und dass Naturmotive gern gesehen sind. Zuhause wurden dann nochmal der Blog der Blog-Kollegen angeschaut und dann machte ich einige Skizzen.

Der Plan wäre diese Skizzen dann mit Fineliner oder Vektorgrafik (oder Fineliner und dann in Vektor konvertieren 🙂 ) das Ganze zu finalisieren. Eine erste wichtige Erkenntnis war: die Präsentation. Meine Auftraggeber nahmen die Skizzen nicht als Skizzen wahr und gaben mir mit auf den Weg, dass alles insgesamt weniger fein, weniger komplex und weniger „3D“ sein soll. Es würden Umrisse der Tannen, Berge etc ausreichen und insgesamt weniger Striche. Da habe ich durch die Referenzbilder, die ich geschickt bekam und die sehr Vintage aussahen also einen falschen Eindruck gewonnen. Die Logos sollten viel einfacher sein. In meinem Kopf waren sie das auch – nur dass ich sie eben als Skizzen/Zwischenschritt präsentiert habe. Normalerweise hätte ich sie mit Fineliner nachgezeichnet und sie wären dann auch weniger komplex gewesen.

Zweiter Versuch: Variationen und „fertigere“ Logos anbieten

Aus den Fehlern der Vergangenheit wollte ich lernen und haben kleine Logos angefertigt, die zwar noch nicht final sind, aber zumindest nicht mehr nach Skizze aussehen. Zwischendurch hatte ich von den Auftraggebern wieder Referenzbilder bekommen, die deutlich mehr in die Richtung Tattoo-Art gingen. Aber das Naturthema und mein Laternen-Entwurf sollten weiterhin die Motive bleiben. Also habe ich versucht mich dem anzunähern.

Während die Laterne gut gefiel und auch genommen worden wäre, schienen die anderen Motive nicht den Geschmack zu treffen. Warum das so ist, fällt mir schwer zu erahnen und die Auftraggeber konnten es auch nicht so ganz formulieren. Wenn etwas nicht gefällt und ich Geschmack oder Vorgaben nicht treffe, ist das nicht unbedingt schlimm. Sobald man mir aber nicht sagen kann, was ich falsch mache, beginnt es etwas frustrierend zu werden. Bei mir entstand der Eindruck, dass es nicht mein Stil und nicht meine Ideen sind, die gewollt sind, als ich wieder Instagram-Accounts von anderen Künstlern als Referenz geschickt bekam. Andere abzuzeichnen ist aber nicht fair und nicht dienlich, da waren wir uns einig und die Auftraggeber versicherten mir, dass sie das auch nicht wollen. Das ist fair und finde ich.

Schießen auf bewegliche Ziele

Also auf ein Neues. Man sieht dem Stil-Mix der Logos bereits an, dass ich inzwischen blind in verschiedene Richtungen losrannte. Der Grund warum immer wieder soviele Tannen dabei sind, ist, weil die Auftraggeber mir sehr viele Referenzbilder mit Tannen schickten. Das was meinen Stil und meine Ideen am meisten widerspiegelt ist wohl der Fuchs und die Tannen im Nebel. Alles andere ist irgendwie nicht „Ich“. In meinem Hinterkopf keimte der Gedanke, dass ich vielleicht nicht wegen meines Zeichenstils ausgewählt worden war. Gleichzeitig war ich irre stolz auf den Fuchs, weil ich den für eines der gelungensten Entwürfchen hielt, aber schon befürchtete, dass es nicht mit dem Geschmack der Auftraggeber zu vereinen war. Als ich ihnen die neusten Entwürfe schickte, bat ich darum sich mit mir nochmal zusammenzusetzen und mich live-zeichnen zu lassen, damit ich ihre Reaktionen mitbekomme und direktes Feedback erhalte oder … das wir es bleiben lassen. Warum ich das angestoßen habe? Es ist nicht so, dass ich aufgeben wollte. Aber ich habe so entschieden, weil ich nicht das Gefühl hatte, dass wir uns dem Ziel nähern und es mir wie Schießen auf bewegliche Ziele vorkam.

Zu den Logos habe ich kein Feedback bekommen, aber die Auftraggeber haben mir zugestimmt, dass wir es bleiben lassen. Sie gaben an, dass es nicht an mir liegt, aber ein bisschen traurig bin ich schon.

Herrenlose Logos und ein Teil-Happy-End

Im Laufe des Prozesses sind 30 Logos entstanden. Einige davon kann ich hier nicht zeigen, weil sie die Namen der Auftraggeber beinhalten. Nun habe ich hier diese 30 herrenlosen Logos rumliegen. Spaß gemacht hat es trotzdem und zumindest für den Fuchs habe ich ein Zuhause gefunden: ich erkläre ihn zu meinem neuen Blog-Logo, das in den nächsten Wochen eingearbeitet werden wird. 🙂

Noch eine kleine Erklärung kurz vor dem Ende meines Berichts: der Artikel ist nicht als Schimpfen auf Auftraggeber gedacht (die Beiden hier sind außerdem zwei sehr liebe Leutchen), sondern als Bericht über die Herangehensweise in der Hoffnung, dass andere Hobby-Zeichner (und auch ich in Zukunft!?) daraus Erfahrungen schöpfen und Rückschlüsse ziehen können. Denn gerade bei kreativen Leistungen ist das was gewünscht ist manchmal unendlich schwer greifbar.

Hattet ihr schon Mal ähnliche Erlebnisse? Und wie geht ihr mit solchen Misserfolgen um? Einer der Gründe, warum ich das nicht hauptberuflich mache, ist dass ich immer sehr viel Herzblut in meine Arbeiten stecke und viele Emotionen mit ihnen verbinde. Früher habe ich Ablehnung meiner Werke daher immer mit Ablehnung meiner Person gleichgesetzt, was denke ich einfach falsch ist. Da bin ich schon besser geworden, aber es ist nicht einfach. Ich denke aber die „Anamnese“ und das sich rantasten ist nicht verkehrt, auch das Anbieten verschiedener Variationen. Nach dem Erlebnis stehe ich dem Schicken von Referenz-Bildern aber sehr zwiespältig gegenüber.

Center Tales: Episode 2

Irgendwann 2015 kamen eine liebe Kollegin/Freundin und ich auf die Idee, dass man doch Szenen unseres Arbeitslebens wunderbar in Comicstrips gießen könnte. Oder eben in Ein-Seiten-Manga. So entstand die Idee für die Center Tales. Die kleine Reihe enthält also Auszüge aus dem Leben und Arbeiten in einer IT-Firma ? Nerd-Charme inklusive. Die heutige Episode erzählt vom berühmt-berüchtigten ‚Tunnel‘.

Die heutige Geschichte ist ja noch ganz unschuldig verglichen zur letzten und nächsten 😉 Arbeitet ihr auch so konzentriert, dass ihr alles um euch herum vergesst? Welches seltsame Erlebnis hattet ihr zuletzt auf Arbeit?

WIP Dekanter mit Weinlaub-Muster

Bereits in den letzten beiden Woche ging es hier ein bisschen um das ‚Zeichnen für Andere‘ bzw. Aufträge, wenn man so will. Obwohl der Begriff ‚Auftrag‘ etwas hochtrabend klingt. Die Leute, die einem nahe stehen, fragen ja eher mal, ob man etwas für sie zeichnet. Insbesondere, wenn einen schlichtweg keiner sonst kennt 😉 Und so fragte mich 2012 auch eine Studien-Freundin für ein wie ich finde etwas außergewöhnlicheres Vorhaben.

Vor einer gefühlten Ewigkeit hat mich eine Freundin darauf angesprochen, ob ich ihr einen Dekanter bemalen würde. Der Gedanke dabei ist der folgende: besagte Freundin von mir hat das Know-How und das nötige Werkzeug um sich Gefäße zu gravieren. Normalerweise zeichnet sie sich die Bilder vor. Dazu nimmt sie eine passende Vorlage und klebt sie in das Gefäß, um anschließend das Wunschmotiv auf der Seite nachzuziehen auf der später graviert wird. Das damals aktuellste Objekt der Begierde war ein Dekanter und durch den schmalen Hals kann man schlecht eine Vorlage einkleben. Also musste jemand her der eine Weinranke frei Hand zeichnen kann … ich helfe gern. 🙂

Danach hat sich die Auftraggeberin ran gemacht und mir freundlicherweise ein paar Bilder vom Schaffensprozess und Ergebnis zukommen lassen.

Header image photo credit: Amaury Salas

Ich habe sowas noch nie gemacht und fand das sehr lustig. Auf das Ergebnis war ich sehr gespannt und dank Tinte sieht man gleich noch mehr. 🙂 Gerne wieder. Aber fragt mich nicht wie es mit dem Gravieren läuft – davon habe ich leider keine Ahnung. Interessant ist aber für wieviele Ideen das Tür und Tor öffnet.