Illustration: Hallo-ween!

Spät aber doch! 😀 Zwar mit drei Wochen Verspätung, aber immerhin habe ich jetzt endlich mein Halloween-Bild fertig gestellt. Angeteasert habe ich es ja vor ca einem Monat in der Preview. Tada!

Allerdings wird das mit Sicherheit nicht das letzte sein, was ihr davon seht, da ich mit dem Ergebnis des Scanners nicht besonders zufrieden bin. Das Original hat farbechtes Schwarz aber nicht ganz so stark gesättigte Farben. Farbabgleich ist wirklich knifflig … wie geht ihr damit um? Ich werden jedenfalls noch einige mal am digitalen Rädchen drehen, um dem Ergebnis des Originals näher zu kommen. 🙂 Ansonsten bin ich ganz zufrieden und kolorieren hat wieder sehr viel Spaß gemacht. Die Zwischenschritte habe ich wieder für einen WIP-Beitrag festgehalten, der euch hoffentlich Freude macht. 😉 Aber hups … bald ist ja auch schon wieder Weihnachten …

Zeichnen: Aus dem Skizzenbuch – „What does the fox say?“

Vor ein paar Wochen gab es schon mal einen Ausschnitt aus dem Skizzenbuch. Und ich lege nach! Bis jetzt halte ich mich ganz gut, denke ich. Eigentlich hatte ich die Idee nach den Gegenständen in meinem direkten Umfeld (Teetassen, Pflanzen, …) mal größere Ausschnitte wie Teile von Räumen in Angriff zu nehmen. Nach höherem Streben und so. Es wäre eine gute Übung in Perspektive und Detail. Aber dann habe ich mal nachgeschaut, was für Bilder ich so in Instagram abgespeichert habe und bemerkt, dass sich mein Fuchs-Spleen (ich liebe Füchse!) bemerkbar macht. Und habe mal wieder geübt die Tierchen zu zeichnen.

Was ich übrigens gar nicht so einfach finde. Die Schnauze bzw. der Kopf der Füchse ist ziemlich speziell. 🙂 Aber ich werde besser, auch wenn ich sie „frei Schnauze“ zeichne und nicht abzeichne so wie hier. Und weil es so schön passt …

„Ylvis – The Fox (What Does The Fox Say?) [Official music video HD]“, via TVnorge (Youtube)

Sich ein Tier rauszupicken sorgt zwar dafür, dass man etwas mehr Verständnis für andere Anatomie als die menschliche sammelt, aber man kann trotzdem nicht automatisch alle Tiere aus dem Kopf zeichnen. Ich glaube ich werde noch eine Weile Füchse abzeichnen, bevor ich das aus dem Kopf schaffe, so dass es mir gefällt. Habt ihr euch auch schon mal auf Tiere fokussiert? An welchem Tier habt ihr euch versucht?

Aquarell: Erste Gehversuche

Als ich im Frühjahr umgezogen bin und ein weiteres Mal durch irgendeinen Baumarkt lief um irgendwas zu kaufen (sicherlich etwas das beim Küchenbau fehlte), verirrte ich mich irgendwie in einen Gang mit Kunstbedarf. Hätte ich dort gar nicht erwartet. Und da lächelte mich eine Palette mit Aquarellfarben an. Ein fixer Gedanke, eine Eingebung: ich mache mal Aquarell.

Allerdings war bei Umzugsnachbereitungen und Küchenbau erstmal gar nicht ans malen und zeichnen zu denken. Höchstens ans malern. Ha. Jetzt vor Kurzem aber war Raum da. Und Zeit. Bzw. habe ich sie mir genommen. Wer diesen Blog hier verfolgt, weiß, dass ich eher zeichne und mit Brush Pens und Markern unterwegs bin. „Nasse“ Materialien und Malen war in den letzten Jahren echt nicht meine Wahl. Aber im Laufe der Zeit habe ich auf DeviantArt, Kunstmärkten, bei Ausstellungen und in Youtube-Videos soviele wunderbare Aquarelle und deren Schaffungsprozess gesehen, dass ich oft gedacht habe: warum nicht mal probieren? Es sah nach Spaß aus 😉 Andererseits wusste ich nicht viel darüber wie man mit Aquarellfarben malt. Alles was ich kannte war Acryl, womit ich vor einer Weile in meiner Freizeit öfter mal gemalt habe. Und davor die klassischen Wasserfarben in der Schule. Eine große Hilfe war mir das folgende Video von zeilenzumtee 😀

„Aquarell für Anfänger – 4 Techniken | DIY Lesezeichen | Mini Verlosung (Beendet)“, via zeilenzumtee (Youtube)

Danach wusste ich, dass Aquarellfarben lange vermalbar sind, man ggf Trockenzeit mit einberechnen muss und dass ich durstige Pinsel und starkes Papier brauchen würde. Normales wellt sich zu stark und die Oberfläche wird durch das häufige vermalen und auftragen angegriffen und beginnt zu „fusseln“. Genauso wie im Video gezeigt, musste ich auch früher oder später das Bild auf einer Unterlage mit Malerkreppband festkleben, weil sich auch das starke Papier etwas gewellt hat. Unter dem Begriff durstige Pinsel konnte ich mir wenig vorstellen, aber ich schaute nach sehr weichen Pinseln, die viel Wasser aufnehmen können. Allerdings habe ich mich an Kunsthaarpinsel gehalten und sehe noch nicht so wirklich einen Grund mir teure Echthaarpinsel zu kaufen. Die Preise haben nach oben scheinbar keine Grenzen. So habe ich mir einen Flachpinsel, verschieden große und dünne Rund- bzw. Spitzpinsel geholt und ein geiles Teil, das ich vorher tatsächlich nicht kannte: einen Verwaschpinsel. Das ist tatsächlich der mit dem ich am meisten gearbeitet habe. Das ist der etwas dickere, der so fein zur Spitze zusammenläuft.

Mein „Malkasten“ ist von der Firma Lukas und sehr erschwinglich. Das war der, der im Baumarkt rumlag. 😉 Die Farben lassen keine Wünsche offen und obwohl die kleinen Farbnäpfe wirklich winzig sind, habe ich schnell gelernt, dass Aquarell sehr stark pigmentiert und ergiebig ist. Davon werde ich wohl also doch noch eine Weile etwas haben. Dank der Arbeit mit Brush Pens bin ich nicht zum Grobmotoriker geworden und es klappt noch einigermaßen, auch wenn ich lange keine „echten“ Pinsel angefasst habe. Es hat Spaß gemacht 🙂 Mein Freund hat ganz ketzerisch gefragt, ob es zwischen Aquarell- und Wasserfarben einen Unterschied gibt und nicht einfach einen normalen Schul-Malkasten nehmen kann. Naja, vom Namen her steckt in beidem „Wasser“ und man kann schließlich alles davon mit Wasser auftragen. Aber die Aquarellfarben sind scheinbar länger mit Wasser vermalbar und man kann mit der Intensität viel mehr variieren, dadurch dass sie so lange vermalbar sind. Ich kann verstehen, warum soviele auch gerne Handlettering damit machen. Schließlich kann man die Farben vermischen, was einem bei anderen Brush Pens schon mal den Stift ruinieren kann. Ich habe auch (in Anlehnung an das Tutorial von zeilenzumtee) ein Bild angefangen. Aber dazu gibt es hier erstmal nur einen Teaser und das nächste Mal ein WIP 😉 Ihr seht aber schon wo die Reise hingeht …

Header image photo credit: Nick Collins

Malt ihr und habt selber schon mit Aquarellen gearbeitet? Wie kommt ihr damit klar? Habt ihr Tipps für mich? Wie steht ihr eigentlich zum Kauf von Kunstbedarf? Kann das teure Zeug was oder vertretet ihr auch die Meinung, dass die günstigeren Produkte einen oftmals genauso weit bringen?

WIP: „Who’s the Animal?“

Nach sovielen Fundstücken wird es mal wieder Zeit für was anderes – in dem Fall ein „Work in Progress“ eines meiner Lieblingsbilder von mir. Das klingt furchtbar selbstverliebt, aber hey … was wäre das, wenn wir nur Zeug zeichnen würden, das wir selber nicht mögen? Das wäre wie schießen auf bewegliche Ziele. Das Bild, das ich euch heute zeige hat schon 5 Jahre auf dem Buckel. Inzwischen kann ich Füchse glaube ich etwas besser zeichnen. Aber ansonsten mag ich die Details immer noch sehr gerne und es erinnert mich etwas an die Serie „Hannibal“.
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Zeichnung: „Zeichnen für andere“ und wie man sich rantastet

In den vergangenen Wochen habe ich ja ein paar Mal über Auftragsarbeiten geschrieben. Über welche die erfolgreich waren (zum Beispiel das und das), über welche die aus ganz ungeahnten Gründen nichts geworden sind (aber trotzdem Spaß gemacht haben). Jetzt kommt wohl der Moment, wo ich mal über die Fälle reden muss, aus denen nichts geworden ist. Leider handelt es sich dabei um das aktuelle Projekt, von dem ich auch vor Kurzem berichtet habe. Meine Entwürfe und die Vorstellungen der Auftraggeber haben nicht zusammengepasst. Das ist sehr schade, aber das passiert eben. Auch wenn das keine erfolgreiche Fallstudie ist, möchte ich trotzdem mal darüber sprechen wie ich versuche mich an das ranzutasten, was gewünscht wird.

Am Anfang war das Gespräch

Meine „Auftraggeber“ waren zwei nebenberufliche Fotografen, die u.a. Hochzeits- und Reise-Fotografie machen. Sie suchten für ihren Blog ein allgemeines Blog-Logo und für die drei Kernthemen ihrer Arbeit jeweils ein „Themen“-Logo für entsprechende Seiten im Blog. Das klang erstmal sehr greifbar und ich hatte sofort Ideen, was man tun könnte. Wir haben uns kurz zusammengesetzt und ihren Blog und die Richtung in die es gehen soll besprochen. Über die Form oder den Stil konnten sie mir keine Aussage machen, haben mir aber einige Referenzen und Bilder geschickt wie es werden soll. Meine Haupteindrücke waren, dass es Vintage-angehaucht sein soll und dass Naturmotive gern gesehen sind. Zuhause wurden dann nochmal der Blog der Blog-Kollegen angeschaut und dann machte ich einige Skizzen.

Der Plan wäre diese Skizzen dann mit Fineliner oder Vektorgrafik (oder Fineliner und dann in Vektor konvertieren 🙂 ) das Ganze zu finalisieren. Eine erste wichtige Erkenntnis war: die Präsentation. Meine Auftraggeber nahmen die Skizzen nicht als Skizzen wahr und gaben mir mit auf den Weg, dass alles insgesamt weniger fein, weniger komplex und weniger „3D“ sein soll. Es würden Umrisse der Tannen, Berge etc ausreichen und insgesamt weniger Striche. Da habe ich durch die Referenzbilder, die ich geschickt bekam und die sehr Vintage aussahen also einen falschen Eindruck gewonnen. Die Logos sollten viel einfacher sein. In meinem Kopf waren sie das auch – nur dass ich sie eben als Skizzen/Zwischenschritt präsentiert habe. Normalerweise hätte ich sie mit Fineliner nachgezeichnet und sie wären dann auch weniger komplex gewesen.

Zweiter Versuch: Variationen und „fertigere“ Logos anbieten

Aus den Fehlern der Vergangenheit wollte ich lernen und haben kleine Logos angefertigt, die zwar noch nicht final sind, aber zumindest nicht mehr nach Skizze aussehen. Zwischendurch hatte ich von den Auftraggebern wieder Referenzbilder bekommen, die deutlich mehr in die Richtung Tattoo-Art gingen. Aber das Naturthema und mein Laternen-Entwurf sollten weiterhin die Motive bleiben. Also habe ich versucht mich dem anzunähern.

Während die Laterne gut gefiel und auch genommen worden wäre, schienen die anderen Motive nicht den Geschmack zu treffen. Warum das so ist, fällt mir schwer zu erahnen und die Auftraggeber konnten es auch nicht so ganz formulieren. Wenn etwas nicht gefällt und ich Geschmack oder Vorgaben nicht treffe, ist das nicht unbedingt schlimm. Sobald man mir aber nicht sagen kann, was ich falsch mache, beginnt es etwas frustrierend zu werden. Bei mir entstand der Eindruck, dass es nicht mein Stil und nicht meine Ideen sind, die gewollt sind, als ich wieder Instagram-Accounts von anderen Künstlern als Referenz geschickt bekam. Andere abzuzeichnen ist aber nicht fair und nicht dienlich, da waren wir uns einig und die Auftraggeber versicherten mir, dass sie das auch nicht wollen. Das ist fair und finde ich.

Schießen auf bewegliche Ziele

Also auf ein Neues. Man sieht dem Stil-Mix der Logos bereits an, dass ich inzwischen blind in verschiedene Richtungen losrannte. Der Grund warum immer wieder soviele Tannen dabei sind, ist, weil die Auftraggeber mir sehr viele Referenzbilder mit Tannen schickten. Das was meinen Stil und meine Ideen am meisten widerspiegelt ist wohl der Fuchs und die Tannen im Nebel. Alles andere ist irgendwie nicht „Ich“. In meinem Hinterkopf keimte der Gedanke, dass ich vielleicht nicht wegen meines Zeichenstils ausgewählt worden war. Gleichzeitig war ich irre stolz auf den Fuchs, weil ich den für eines der gelungensten Entwürfchen hielt, aber schon befürchtete, dass es nicht mit dem Geschmack der Auftraggeber zu vereinen war. Als ich ihnen die neusten Entwürfe schickte, bat ich darum sich mit mir nochmal zusammenzusetzen und mich live-zeichnen zu lassen, damit ich ihre Reaktionen mitbekomme und direktes Feedback erhalte oder … das wir es bleiben lassen. Warum ich das angestoßen habe? Es ist nicht so, dass ich aufgeben wollte. Aber ich habe so entschieden, weil ich nicht das Gefühl hatte, dass wir uns dem Ziel nähern und es mir wie Schießen auf bewegliche Ziele vorkam.

Zu den Logos habe ich kein Feedback bekommen, aber die Auftraggeber haben mir zugestimmt, dass wir es bleiben lassen. Sie gaben an, dass es nicht an mir liegt, aber ein bisschen traurig bin ich schon.

Herrenlose Logos und ein Teil-Happy-End

Im Laufe des Prozesses sind 30 Logos entstanden. Einige davon kann ich hier nicht zeigen, weil sie die Namen der Auftraggeber beinhalten. Nun habe ich hier diese 30 herrenlosen Logos rumliegen. Spaß gemacht hat es trotzdem und zumindest für den Fuchs habe ich ein Zuhause gefunden: ich erkläre ihn zu meinem neuen Blog-Logo, das in den nächsten Wochen eingearbeitet werden wird. 🙂

Noch eine kleine Erklärung kurz vor dem Ende meines Berichts: der Artikel ist nicht als Schimpfen auf Auftraggeber gedacht (die Beiden hier sind außerdem zwei sehr liebe Leutchen), sondern als Bericht über die Herangehensweise in der Hoffnung, dass andere Hobby-Zeichner (und auch ich in Zukunft!?) daraus Erfahrungen schöpfen und Rückschlüsse ziehen können. Denn gerade bei kreativen Leistungen ist das was gewünscht ist manchmal unendlich schwer greifbar.

Hattet ihr schon Mal ähnliche Erlebnisse? Und wie geht ihr mit solchen Misserfolgen um? Einer der Gründe, warum ich das nicht hauptberuflich mache, ist dass ich immer sehr viel Herzblut in meine Arbeiten stecke und viele Emotionen mit ihnen verbinde. Früher habe ich Ablehnung meiner Werke daher immer mit Ablehnung meiner Person gleichgesetzt, was denke ich einfach falsch ist. Da bin ich schon besser geworden, aber es ist nicht einfach. Ich denke aber die „Anamnese“ und das sich rantasten ist nicht verkehrt, auch das Anbieten verschiedener Variationen. Nach dem Erlebnis stehe ich dem Schicken von Referenz-Bildern aber sehr zwiespältig gegenüber.

Preview: Ja, wen haben wir denn da?

Ob ich euch überhaupt demnächst Früchte der derzeitigen Auftragsarbeit zeigen kann oder wann das passiert, steht noch in den Sternen. Aber meinen derzeitigen Liebling zeige ich einfach schon mal. 🙂 Ich kann nicht anders. Fertig ist er eigentlich noch nicht, aber ich liebe den kleinen Kerl heiß und innig.

Header image photo credit: Dmitry Ratushny

Wer meinem anderen Blog oder mir bei Instagram folgt, weiß wahrscheinlich schon, dass ich eine Fuchs-Fanatikerin bin. 😀 Wer weiß … vielleicht gefällt er den Auftraggebern ja ähnlich gut. Und wenn nicht … dann bleibt er meiner 😉 Gleichzeitig fällt mir auch auf, dass es mit Abstand das aktuellste, gezeichnete ist, was man derzeit im Blog findet. Hmmm, das gibt mir zu denken, das sollte ich ändern.